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Kalkschatten Äscherschatten Äscherflecken Kalkflecken

Kalkschatten Äscherschatten Äscherflecken Kalkflecken


Kalkschatten, Äscherschatten, Äscherflecken oder auch Kalkflecken genannt, entstehen, wenn die aus dem Kalk ungenügend ausgewaschenen Blößen teilweise vom Wasser oder von der Glättbrühe unbedeckt, an der Luft liegen bleiben. Der in den Blößen enthaltene Kalk verbindet sich mit dem Kohlendioxyd der Luft zu kohlensaurem Kalk, der sich durch Wasser nur schwierig entfernen läßt. Es bilden sich dadurch an dem Narben matte Flecken, die namentlich nach dem Färben hervortreten. Man vermeidet die Äscherflecken dadurch, daß man die Blößen stets in Wasser untergetaucht lässt oder entsprechend abdeckt. Das Abdecken der Häute mit Häuten fleischseitig oben ist ebenfalls üblich.


Kalkschatten:

Dieser Fehler entsteht dadurch, dass der Kalk der Blöße sich mit Kohlensäure (C02) zu Calziumcarbonat verbindet, welches sich in der Narbenschicht kristallin einlagert. Diese Bildung von Carbonatkristallen in dem empfindlichen Narbengewebe bedeutet, daß dieses auseinandergedrängt wird, zum Teil werden die feinen Fibrillen der Narbenschicht verletzt. An der Blöße erkennt man das Vorhandensein dieser Kalkschatten an helleren, nahezu weißen und relativ scharf begrenzten, mehr oder weniger großen Flecken. Diese Stellen fühlen sich beim Streichen mit der Hand über den Narben rau an gegenüber den durch die Kalkschatten nicht befallenen Stellen, die glatt erscheinen. Diese Kalkschatten entstehen z. B. im Arbeitsgefäß, wenn das von Haaren befreite Hautmaterial aus der Flotte für längere Zeit während der Ruhezeit des Gefäßes herausragt. Im Verlauf des Ablaufes der einzelnen Prozesse in der Gerberei ist es oft notwendig, die Blößen über Bock zu hängen. Lässt man die Narbenschicht derselben mit der Kohlensäure der Luft in Berührung kommen, so können sich hierbei Kalkschatten bilden. Daher ist es zu empfehlen, die über Bock geschlagenen Blößen mit Folie zu bedecken oder - wenn dies nicht möglich ist - die oberste Blöße mit der Fleischseite nach außen über den Bock zu legen.

Ebenfalls können Kalkschatten durch die Kohlensäure im Wasser entstehen und das z. B. beim Wässern vor dem Spalten. Diese Kalkschatten sind heute zwar im weiteren Verlauf der Lederherstellung durch entsprechende Chemikalien zu entfernen, aber das Gewebe ist beschädigt und zeigt dann später eine andere Angerbbarkeit bzw. Anfärbbarkeit usw., wodurch am fertigen Leder ein unruhiger Narben entsteht. Ist das Fasergefüge stark beschädigt, können diese Stellen sogar rau herauskommen. Entstehen die Kalkschatten während des Wässerns vor dem Spalten durch Anwesenheit von viel Kohlensäure im Wasser, ist dieses vor dem Einbringen der Blößen von Kohlensäure zu befreien; dies geschieht durch Zugabe von Weißkalk, bis das Wasser eine alkalische Reaktion von pH 8,2 zeigt (leicht rosa gegen Phenolphthalein).

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lederfehler/kalkschatten_aescherschatten_aescherflecken_kalkflecken.txt · Zuletzt geändert: 2012/03/04 11:59 (Externe Bearbeitung)