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Pergament Trommelpergament Trommelleder Rohhautleder Rohhaut Trommelfelle Paukenfelle

Pergament Rohhaut und Transparentleder

Schon im frühen Altertum wurden enthaarte und aufgetrocknete Schaf- und Ziegenfelle als Material für Schriftstücke verwendet. In der kleinen asiatischen Stadt Pergamon wurden diese Felle in großen Mengen für diesen Zweck verarbeitet, so dass sie den wichtigsten Handelszweig der Stadt bildeten, wovon der Name „Pergament„ abgeleitet ist. Im Mittelalter erreichte das Pergament eine hohe Bedeutung, so stand z. B. in Frankreich seine Erzeugung unter der Aufsicht der Pariser Universität. Auch jetzt noch werden wichtige Schriftstücke, auf deren möglichst unbegrenzte Haltbarkeit großer Wert gelegt wird (z. B. Diplome, Adressen, Gedächtnisschriften, Urkunden für Grund- und Schlusssteine) auf Pergament geschrieben. Im Mittelalter wurde das Pergament auch vielfach für Bucheinbände verwendet, wobei dieser Verwendung jetzt nur noch selten Betracht kommt.

Es werden außerdem Pauken- und Trommelfelle, sowie Siebböden aus Pergament gefertigt.

Zu Pergament lassen sich alle Häute- und Fellsorten verarbeiten, doch bereitet man das Schreibpergament meist aus den Fellen von Kälbern, Rehe & Hirschen, Lämmern und Zickeln, das Pergament für Bucheinbände gerne aus Schweinshäuten.


Der Pergamenter



Rohhaut und Transparentleder

Bei beiden technischen Lederarten handelt es sich nicht um eigentliche Leder, sondern um geäscherte, enthaarte, entkalkte, aufgetrocknete Rohhaut. Rohhautleder dient vor allem zur Herstellung von Webereiartikeln, Pickers, Ritzeln, Zahnrädern, die bei hoher Geschwindigkeit geräuschlos laufen sollen. Aufgetrocknete Blöße ist außerordentlich fest und zäh und kann für solche Spezialzwecke verwendet werden, wenn Feuchtigkeitseinflüsse etwa durch Überziehen mit einer wasserundurchlässigen Schicht von Nitrolack ausgeschlossen werden. Zur Herstellung von Rohhautleder werden schwere Bullen- und Büffelhäute kurz ohne Verlust an Hautsubstanz geäschert, enthaart, eventuell entkalkt und ausgewaschen, mit der Lösung eines Desinfektionsmittels bestrichen und bei guter Lüftung möglichst schnell getrocknet.


Weißes Pergament als Schreibpergament oder Bucheinbandpergament

Zur Herstellung des Pergamentes werden die Blößen, wie bei der Weißgerberei üblich, vorbereitet. Man weicht die Felle und streicht sie auf dem Schabbaum aus. Durch Anschwöden mit Kalk wird das Haar gelockert, worauf die Felle enthaart und kräftig ausgewaschen werden. Zur vollständigen Entfernung der Haare werden die Blößen sorgfältig geputzt. Auch die Fleischseite wird sauber rein gemacht, worauf die Blößen in einen Weißkalknachäscher gebracht werden. Der Weißkalknachäscher wird stehend in einem großem Gefäß, das mit dünner Kalkmilch gefüllt ist (<2,5 g/l). In dieser verbleiben die Blößen unter zeitweiligem Treiben 2—3 Wochen Die in dieser Weise behandelten Blößen werden auf der Fleischseite mit dem Streicheisen sauber ausgestrichen. Bei dem Weißkalknachäscher muss man darauf achten, dass die Blößen nicht „verbrennen“, d. h. in dem Hautgewebe nicht leiden und nicht zu stark gelockert werden, was bei einem zu kalkhaltigen oder zu langen Weißkalknachäscher geschehen könnte. Die ausgestrichenen Blößen werden auf hölzerne, viereckige Rahmen gespannt, in die kleine Nägel eingeschlagen sind, die sich nur mit starker Reibung drehen lassen. Die Blößen werden mit Bindfaden an die Nägel der Holzrahmen befestigt, indem man kleine Einschnitte nahe dem Rande der Felle macht, durch diese Holzstäbchen steckt und an letzteren die Bindfaden anbringt. Durch Drehen der Nägel werden die Fäden angespannt, ebenso die Blößen, die zu einer ganz glatten faltenlosen Fläche ausgebreitet werden müssen. Sind die Felle in den Rahmen eingespannt, so wird die Fleischseite und die Narbenseite mit einem Schabeisen glatt gestrichen, worauf man mit der Behandlung mit Kalk beginnt. Man verwendet hierzu gelöschten Kalk, der einige Zeit an der Luft gelegen hat und zu Pulver zerfallen ist, wobei er einen Teil seiner ätzenden Eigenschaften verloren hat, oder ein Gemisch dieses Kalkpulvers mit geschlemmter Kreide, bisweilen auch diese allein. Der Rahmen wird genau waagerecht gelegt, das aufgespannte Fell mit diesem Pulver auf der Fleischseite gleichmäßig bestreut, wobei mit einem flachen Bimsstein die Masse eingerieben wird. Nach dem Bearbeiten der Fleischseite wird die Narbenseite mit Kreidepulver bestreut und mit Bimsstein abgeschliffen. Zwischen dem wiederholten Einkreiden und Schleifen wird das Fell mit dem Schab- oder Streicheisen glatt gestrichen und endlich getrocknet. Man stellt hierzu die Rahmen an einen Ort, wo Luftzug vorhanden ist, wo aber die Felle vor dem unmittelbaren Sonnenlicht geschützt sind, so dass das Trocknen gleichmäßig und nicht zu schnell erfolgt. Das Auftrocknen nimmt ohnehin nur kurze Zeit in Anspruch. Während des Trocknens ist beständig darauf zu achten, dass die Felle in dem Rahmen immer straff und faltenlos gespannt bleiben. Sind die Felle trocken, so werden sie mit einem scharfen Messer von den durchlöcherten Stellen ausgeschnitten. Die sich hierbei ergebenden Abfälle werden als Leimleder / Hautleim verwertet. Um der Fleischseite einen möglichst hohen Grad von Glätte zu erteilen, bestreut man sie mit Kreidepulver, das dann so lange mit einem Stück weißgaren Leder auf dem Fell verrieben wird, bis die Kreide so weit entfernt ist, dass das Fell nicht mehr abfärbt.

Das so erhaltene Pergament ist eine mattweiße, durchscheinende und zähe Membran, die beim starken Anspannen einen eigentümlich hellen Klang gibt, wenn man sie mit einem Holzstück anschlägt.


Schreibpergament

Schreibpergament wird noch wiederholt geschabt und mit Bimsstein abgerieben. Die letztere Behandlung hat hauptsächlich den Zweck, das Fell gleichmäßig stark zu machen. Man nimmt hierzu einen feinkörnigen Bimsstein, der vollkommen eben sein muss, und legt das zu schleifende Pergament auf eine gepolsterte und mit Leder überzogene Bank. Soll das Pergament eine glänzende Oberfläche bekommen, so bestreicht man es mit Eiweiß oder einer dicken Gummi- oder Leimlösung und glättet es mit einer Satiniermaschine / Bügelmaschine. Zuweilen gibt man dem Pergament auch einen Überzug, der aus mit Leimwasser abgeriebenem, fein geschlemmtem Bleiweiß besteht, wodurch es eine schöne weiße Farbe erhält. Noch besser verwendet man Zinkweiß oder sog. Permanentweiß, das den Vorzug hat, sich nie in der Farbe zu verändern, während durch den Bleiweißüberzug das Pergament im Laufe der Zeit nachdunkelt.


Ölpergament für Schreibblätter

Eine besondere Gattung von Pergament ist das Ölpergament, das meist zum Anfertigen von Schreibblättern für Taschenbücher verwendet wird, weil es die Eigenschaft hat, dass mit Bleistift darauf geschriebene Schriftzüge durch Befeuchten und Reiben wieder vollständig entfernt werden können. Diese Sorte gleicht dem beschriebenen Schreibpergament, nur dass man noch nach Auftrag und Auftrocknen des Grundanstriches, der aus Leimwasser und Zinkweiß besteht, das Pergament mehrmals mit einer Ölfarbe behandelt. Durch Zusatz von Ocker, Ultramarin oder dgl. zu der Ölfarbe kann man dem Pergament einen beliebigen Farbton geben. Ist der letzte Anstrich vollständig aufgetrocknet, so wird die Fläche mit gepulvertem und geschlemmtem Bimsstein bestreut, mit einem mit Wasser angefeuchteten Tuchballen geschliffen und schließlich allein mit Tuch oder Filz poliert, bis das Pergament Glanz erhält.


Kreidepergament

Das Kreidepergament wird in derselben Weise wie das Ölpergament angefeuchtet, nur nimmt man statt der Ölfarbe zu den Anstrichen Leimfarbe, die aus geschlemmter Kreide und Leimwasser bereitet wird. Damit das Pergament nicht rissig wird, bestreicht man es vor dem Auftragen des Grundanstriches leicht mit Glyzerin, das hierfür in dickflüssiger Form aufgetragen und kräftig eingerieben wird. Es darf hierbei jedoch nicht zu viel Glyzerin verwendet werden, weil sonst der Anstrich der Grundfarbe nicht haftet.


Transparentleder als Trommelfellmaterial

Transparentleder findet neben der Verwendung als Trommelfellmaterial vornehmlich als Versteifungsmaterial in Lederwaren und Lederausrüstungsstücken Verwendung, auch als Näh- und Binderiemenleder für Sattler- und Treibriemenzwecke, Pauken- und Trommelbezüge, Lampenschirme oder als Überzugsmaterial für orthopädische Produkte. Für die Herstellung von Transparentleder werden Kuh-, Ochsen- und Büffelhäute, Kalbfelle, Schweinshäute und Spalte nach Äschern, Enthaaren und sorgfältiger Entkälkung im spannungsfreien Zustand unter Abreiben mit etwas Glycerin oder geeigneten Ersatzstoffen aufgetrocknet.

Während dem Trocknens darf ein Verkleben der Fasern nicht eintreten. Dies geschieht durch ein weniger intensives Ausspannen und eine langsamere Trocknung.

Transparentleder muss bei gleichmäßiger Transparenz und glatter Oberfläche gute Biegsamkeit und Elastizität aufweisen und trotzdem guten Stand besitzen. Es muss durch Anfeuchten mit Wasser leicht formbar werden und nach Wiederauftrocknen seinen alten Stand wiedergewinnen.


Pergament

Pergamentleder gefertigt in den Stärken von 0,6-1,0 mm besitzt eine weißliche bis gelbliche Farbe und muss eine undurchsichtige Beschaffenheit aufweisen.

Für die Erzielung dieser gleichmäßig undurchsichtigen Beschaffenheit muss ein kräftiges Ausspannen erfolgen, damit die Hautfasern ohne Luftzwischenräume miteinander verkleben. Eine leichte Aldehydbehandlung nach der Entkälkung und ein beidseitiges Einreiben mit Schlämmkreide während des Trocknens fördert die undurchsichtige weiße bis gelbliche Pergamentbeschaffenheit.


Hundeknochen

Für diesen Artikel erfolgt die gleiche Verfahrensweise wie beim Rohhautleder. Nach der Entkälkung und dem Auswaschen werden die Häute, Felle oder Spaltabfälle in Riemen geschnitten und in Knochenform verflochten. Anschließend erfolgt eine schnelle Warmlufttrocknung, um eine hohe Steifigkeit des Materials zu erreichen. Teilweise werden auch Aroma- oder Geschmacksstoffe vor der Trocknung durch Tauchen, Spritzen oder Aufbürsten eingearbeitet.

Bezugsquellen für Trommelfelle / Pergament / Trommelpergament

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