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lederbegriffe:wet-blue

Wet-Blue Leder

Wet-Blue Leder

Bei Wet-Blue Leder handelt sich um Häute oder Felle, die im nassen chromgegerbten Zustand vorliegen. Diese gegerbten Häute und Felle weisen einen Wassergehalt von mind. 50 % und sind gegerbte Halbfertigprodukte.

Sie sind nach entsprechender Vorbereitung längere Zeit lagerfahig. Aus zolltechnischer Sicht sind noch die folgenden Bearbeitungsgänge bei der Herstellung von Wet-blue-Ledern zulässig.

  1. Durchführung der üblichen mechanischen Arbeiten in der Wasserwerkstatt (Enthaaren, Entfleischen, Streichen);
  2. Spalten;
  3. Abwelken und ausrecken.

Wassergehalt:

Der Wassergehalt sollte nicht zu niedrig liegen, da bei zu stark ausgetrockneter Ware stets unerwünschte Auskristallisationen der vorhandenen Mineralsalze auftreten. Bei Lagerung und Transport gebildete Falten sind bei angetrockneter Ware später nur noch sehr schwer zu entfernen. Bei Kleintierfellen kann ein Abwelken dazu führen, daß die Abwelkfalten nach längerem Transport später nicht mehr beseitigt werden konnen.

Lagerung

Probleme können bei der Lagerung und dem Transport von Wet-Blue-Ledern durch Schimmelpilze auftreten. Sie rufen dadurch Schäden auf dem Leder hervor, daß sie Fleckenbildung auf dem Leder erzeugen. Es handelt sich um Ausscheidungen der Pilze, wobei unterschiedliche Farbstoffe und Farbkörper, weitestgehend unlöslich, im Leder und auf seiner Oberfläche abgelagert werden. Die meist runden, aber auch flächenartigen Flecken können verschiedenartig gefärbt sein (rot, braun, violett, gelb, grün, grau). Eine vollständige Entfernung dieser Farbstoffe ist oft bei der Weiterverarbeitung nicht mehr möglich. Zur Desinfektion dürfen aber nur Hilfsstoffe verwendet werden, die speziell für Leder entwickelt worden sind. Es kommt bei der Anwendung anderer Mittel sehr oft zu einer angerbungsähnlichen Erscheinung im Narbenbereich der Leder, und darüber hinaus weisen diese chemischen Substanzen oft sehr intensive Eigengerüche auf, die sich bis zur Fertigstellung des Leders nicht mehr beseitigen lassen. Weiterhin muß bei dem Einsatz der fungiziden Stoffe eine spätere Abwasserverunreinigung ebenso ausgeschlossen werden wie Gesundheitsschäden bei der Weiterverarbeitung der Leder. Die Fungizid-Behandlung sollte aber auch in Betrieben durchgeführt werden, die für den eigenen Bedarf Leder erzeugen, die im Wet-blue-Zustand langere Zeit gelagert werden müssen. Hier können schon in kurzer Zeit Schimmelpilze erheblichen Schäden anrichten. Besonders schnell treten Schimmelpilze an Wet-Blue-Ledern auf, wenn zu deren Herstellung selbst mit zuckerartigen Stoffen reduzierte Brühen verwendet worden sind, da die Umsetzung der zuckerartigen Stoffe bei der Reduktion durch Oberschußanwendung meist nicht vollständig ist. Wie bei jedem Pilzbefall auf Leder muß auch bei dem Schimmelpilzbewuchs auf Wet-Blue-Ledern davon ausgegangen werden, daß es zu einer Spaltung von im Leder vorhandenen Naturfetten kommt. Dadurch werden Fettsäuren frei, die später am Fertigleder Ursache für Fettausschläge sein können.

Messung und Nachmessung von Wet-Blue

Die Nachmessung der Größen der Wet-Blue-Leder erfolgt nach den Angaben des Internationalen Kontrakts fur Häute und Felle Nr. 2x 1982. Dazu wird ein Mindestmuster von 5% oder nach Absprache auch weniger, das repräsentativ für die gesamte Ware ist, aus der Originalverpackung gezogen. Wet-Blue-Leder sind vor dem Messen für mindestens zwei Stunden bei 37 °C einzuweichen. Die Leder werden dann glatt auf einem Bock aufgeschlagen und 24 Stunden abtropfen gelassen. Die Felle sind danach völlig glatt, aber nicht ausgereckt, auszubreiten. Dies erfolg auf einer durchsichtigen Plexiglasplatte, die bei dem Meßverfahren kein eigenes Signal in der elektronischen Meßmaschine auslöst. Zum Glätten der Wet-Blue-Leder werden Schlicker verwendet. Es sind Maßdifferenzen von 3 % zugelassen. Ist die Abweichung größer, so ist ein Ausgleich auf der Basis der tatsächlichen Abweichung vorzunehmen. Ein Messen der Wet-Blue-Leder in der Stiftenradmeßmaschine ist nicht gesstattet,da bei nassem Leder die Haftkräfte zwischen dem Meßgut und dem Meßtisch zu groß sind. Dadurch käme es zu einer unkontrollierbar starken Dehnung der Leder.

Siehe auch Wet-Blue-Leder Untersuchung



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lederbegriffe/wet-blue.txt · Zuletzt geändert: 2019/04/27 13:22 von admin