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131 Vorschläge für die Qualitätsbewertung für Leder und Pelzfelle

Sonderdruck aus „DAS LEDER„ 1976, Heft 8, Seite 125-128, Vorschläge für die Qualitätsbewertung für Leder und Pelzfelle J. Lange, Westdeutsche Gerberschule, Reutlingen Aus der Abteilung Forschung und Entwicklung der Westdeutschen Gerberschule, Reutlingen

J. Lange, Westdeutsche Gerberschule, Reutlingen

Vorschläge für die Qualitätsbewertung für Leder und Pelzfelle

Im Auftrage des Koordinationsausschusses des VGCT soll gewissermaßen als Fortsetzung des in Koblenz auf der dortigen VGCT-Tagung begonnenen Gespräches ein erster Vorschlag für die Auswahl der Untersuchungen zur Qualitätsbewertung der verschiedenen Lederarten, mit einem Ausblick auch auf die Pelzfelle, gemacht werden. Auszugehen ist von der Frage, welche Prüfungen bei be¬stimmten Lederarten wichtig sind, um mit einer Mindestzahl an Untersuchungen eine Aussage über Verarbeitbarkeit und die Verwendungsfähigkeit des jeweiligen Leders machen zu können.

Die Entwicklung

auf diesem Sektor lief bis zum heutigen Tage einmal über die Zusammenarbeit zwischen den Instituten in Reutlingen und Pirmasens und dann auf Grund eines Vorschlages der Direktoren der EG-Institute auch über Besprechungen, die zwischen den Materialprüfern aus den einzelnen europäischen Ländern stattfanden. Die Fortsetzung dieser Entwicklung wird darin liegen, daß in den jeweiligen Ländern in Abstimmung mit der dort ansässigen Lederindustrie Mindestwerte für die einzelnen wichtigen Prüfungen erarbeitet werden können, die es zusätzlich gestatten, daß auch Empfehlungen für die Verarbeitbarkeit eines Leders gemacht werden können, das diese oder jene Anforderung nicht voll erfüllt. Direkte Normen werden auf diesem Gebiet nicht zu erwarten sein, da sie durch die Festlegung von Werten nicht flexibel genug sind, um sich jeweils der Entwicklung, ob nun modisch oder technisch bedingt, schnell genug anpassen zu lassen.

Die Auswahl der Prüfmethoden

erfolgte aus der Auswertung von Reklamationen, die, beginnend vom Verarbeiter bis hin zum Endverbraucher, eingebracht worden sind, wobei auch wiederum eine Einteilung der Untersuchungsmethoden je nach ihrer Bedeutung versucht wird. Zu den einzelnen Lederarten, die hier besprochen werden sollen, kann gesagt werden, daß ein wesentlicher Teil der Prüfungen sich auf die Zurichtung und die Lederfärbung bezieht und daß bei den Untersuchungen des Leders selbst das Hauptgewicht bei den physikalischen Prüfungen liegt. Eine weitere Unterteilung wurde vorgenommen in die sogenannten wesentlichen Prüfungen und in die Prüfungen nach Bedarf, die vor allen Dingen dem Lederhersteller und dem Verarbeiter Hinweise auf weitere mögliche Untersuchungen geben sollen, die für diesen oder jenen Ledertyp besonders interessant sein können. Dieses Grundprogramm kann natürlich Ergänzungen in verschiedener Hinsicht erfahren, wobei neue Prüfmethoden erst längeren Reihenuntersuchungen unterworfen werden müssen.

Hauplederarten

Die Ausführungen heute sollen sich auf die Hauptleder¬arten beschränken, und zwar auf das Oberleder zusam¬men mit dem Futterleder sowie im weiteren auf Möbel-und Bekleidungsleder. Als erstes soll das Oberleder selbst besprochen werden, wobei natürlich bei der Auswahl der Untersuchungen unterschieden werden muß zwischen dem Narbenoberleder zugerichtet oder nur oberflächenbehandelt, wie es bei den modernen Ledern üblich ist, und zum anderen den Velourledern. Als wichtiges Kriterium für die Verarbeitbarkeit eines Oberleders hat sich die Prüfung im Lastometer herausgestellt, bei der das Narbendehnverhalten untersucht wird. Der hier ablaufende Prüfvorgang entspricht angenähert dem Arbeitsgang des Zwickens der Schuhoberleder. Neben der eigentlichen Eignungsprüfung können hier auch, je nach dem Verhalten des Leders, Hinweise für den Verarbeiter gegeben werden, wenn es sich um empfindlichere Leder handeln sollte. Daran schließt sich die Prüfung des Dauerbiegeverhaltens zusammen mit der Haftfestigkeit der Zurichtung an. Dabei handelt es sich um eine reine Prüfung der Deckschicht des Leders selbst, da die Leder für sich keine Reklamationen im Dauerbiegeverhalten bringen. Die Flexometerprüfung wird am trockenen und nassen Leder durchgeführt und findet vor allen Dingen bei kritischen Werten ihre Ergänzung in der Untersuchung der Haftfestigkeit des Zurichtfilmes. Als weitere Eignungsprüfung für Oberleder mit der Möglichkeit, Hinweise auf die Verarbeitung zu geben, hat sich die Untersuchung der Weiterreißfestigkeit herausgestellt. Dabei kann, wenn die Lederfestigkeit nicht voll den Werten entspricht, der Hinweis ergehen, daß die Leder verstärkend unterfüttert werden müssen, um den späteren Anforderungen beim Tragen der Schuhe noch zu genügen. Auch vor allen Dingen für die Verarbeitung wichtig ist die Untersuchung des Leders auf seinen Gehalt an mit Dichlormethan extrahierbaren Stoffen. Die Auswertung erfolgt nur nach erhaltenen Prozentwerten, denen dann die Klebstofftypen entsprechen müssen, da es eine untergeordnete Rolle spielt, ob es sich dabei um reine Fettstoffe oder aber zusätzlich auch um Hydrophobierungsmittel handelt.

Heute steht neben diesen Untersuchungen auch die Prüfung der Reibechtheit der Oberleder wieder mehr im Vordergrund. Die modernen Oberledertypen, die keine eigentliche Zurichtung, sondern mehr eine Oberflächenbehandlung erfahren haben, sollten neben der Reibechtheitsprüfung naß und trocken auch auf ihr Verhalten gegenüber den Schuhpflegemitteltypen untersucht werden, da sich oft eine gewisse Empfindlichkeit bei diesen Ledern gezeigt hat, die dann beim Endverbraucher zu Schwierigkeiten führen kann. Aus dieser Prüfung können also nicht nur Verarbeitungs-, sondern auch Gebrauchshinweise für die einzelnen Leder erhalten werden. An dieses Prüfprogramm sollte sich noch die Untersuchung des Temperaturverhaltens, vor allen Dingen der Zurichtungen, anschließen, worunter im wesentlichen das Verhalten beim Bügeln oder Föhnen verstanden wird. Auch daraus können für den Verarbeiter wichtige Angaben gemacht werden. Die hier besprochenen Prüfungen umfassen also die wichtigsten Untersuchungen eines Oberleders, wobei zu berücksichtigen ist, daß verhältnismäßig viele Fehler bereits während der Verarbeitung auftreten können, da das Leder dabei im Gegensatz zu den noch zu behandelnden Lederarten doch stärker strapaziert werden wird, sei es durch Dehnungsvorgänge oder aber durch das Ablösen der Klebstoffe sowie z.B. durch Bügeln oder Föhnen. Bei den Futterledern spielen sowohl die Echtheiten in bezug auf die Färbung, d.h. also das Ausbluten und die Schweißechtheit, eine ebenso große Rolle wie die Untersuchung auf sonstige auswaschbare Stoffe, speziell die Mineralstoffe. Es kann durch färbende Anteile in diesen Ledern zu einer Anfärbung der Strümpfe oder der Füße der Träger kommen, wodurch Reklamationen ausgelöst werden können, zum anderen werden in dem Futterleder abgelagerte Stoffe möglicherweise durch den Fußschweiß weiter in das Oberleder eindringen, so daß es dort dann zu einer verstärkten Ausschlagbildung auf dem Oberleder selbst kommt. Eine große Rolle spielt dies auch bei den schon genannten modernen Oberledern, die kaum eine Zurichtung erfahren haben, so daß alle Stoffe, die von der Rückseite her in das Leder hinein diffundieren, sofort auf der Oberfläche sichtbar werden.Da die mit dem Fußschweiß abgesonderten Stoffe eine Veränderung erfahren, muß auch die Beeinflussung des Leders durch alkalische Substanzen geprüft werden, so daß die Schweißechtheit hier eine wichtige Rolle spielt.Daneben wird selbstverständlich die Festigkeit des Leders zu untersuchen sein, wobei sich hier im wesentlichen die Weiterreißprüfung ebenfalls durchgesetzt hat.Speziell bei Pelzfuttermaterialien für Schuhe spielt auch der Gehalt an mit Dichlormethan extrahierbaren Stoffen eine Rolle, da sehr oft beobachtet werden konnte, daß Fettdurchschläge vom Futtermaterial in das Oberleder erfolgten, so daß es dadurch zu Reklamationen kommen konnte.Eine Ergänzung sollten die Prüfungen der vordringlichen Eigenschaften der Leder für den Schuhoberbau dadurch erfahren, daß zumindest bei allen Neuentwicklungen und neuen Ledertypen das Verhalten gegenüber Wasserdampf genau untersucht und ausgewertet wird. Die Forschungsarbeiten über die tragehygienischen Eigenschaften verschiedener Schuhmaterialien haben ergeben, daß die Beeinflussung des Menschen durch das den Fuß umgebende Klima außerordentlich groß ist, und daß Leder hier eine hervorragende Rolle spielt. Die Prüfungen in dieser Hinsicht sollten daher sowohl beim fertigen Schuh als auch beim Ausgangsmaterial Leder mit zu dem Standardtestprogramm gehören.

Möbelleder

Bei den Möbelledern, die zur Herstellung von ausgesprochenen Langzeitgebrauchsgegenständen verwendet werden, spielt die Lichtechtheit eine der entscheidenden Rollen. Dies gilt sowohl für zugerichtete als auch für Reinanilin- und Velourleder, so daß eine Voruntersuchung der Leder bei Neuentwicklungen in jedem Fall erfolgen sollte. Die gleiche Bedeutung hat die Untersuchung der Reibechtheit, vor allen Dingen bei zugerichteten Ledern, bei denen nicht nur festgestellt werden soll, ob ein Farbabrieb insgesamt eintritt, sondern bei denen auch die Strapazierfähigkeit der Lederoberfläche und hier ebenfalls wiederum besonders der Zurichtung untersucht werden muß, da die Hauptreklamationen bei Möbelledern sich darauf beziehen. So muß sich diese Untersuchung über den Trocken- und den Naßabrieb bis hin zur Schweißbehandlung der Leder erstrecken, da sich immer wieder zeigt, daß die einzelnen Zurichtungen auf die verschiedenen Reibechtheitstests völlig unterschiedlich reagieren können. Aber auch Reinanilinleder und Velourleder sollten dieser Prüfung unterzogen werden, um auch hier den Farbabrieb und nach der Prüfung das Aussehen der Leder beurteilen zu können.

zugerichtete Leder

Für zugerichtete Leder schließt sich dann die Dauerbiegeprüfung an, die ebenfalls durch die Untersuchung der Haftfestigkeit des Deckfilmes ergänzt werden kann. Sehr viele Reklamationen entstehen dadurch, daß die Zurichtungen zu hart eingestellt sind oder aber während der Gebrauchszeit verhärten, wobei unterschiedliche Einflüsse gegeben sein können. Es empfiehlt sich hier, eine künstliche Schnellalterung, soweit dies möglich ist, einzuschalten, um auch daraus zu ersehen, ob die Zurichtung Veränderungen erfährt, die in kürzerer Zeit zu erwarten wären. Bei den Ledern, die sehr dünn ausgespalten werden müssen, und auch bei den eigentlichen Spalten, die als Velourleder eingesetzt werden, sollte auch die Weiterreiß-prüfung vorgenommen werden, um zu sehen, ob diese Leder die nötige Festigkeit aufweisen. Lediglich die Weiterreißprüfung ist als Verarbeitungs- und Gebrauchsprüfung anzusehen, während sich alle anderen Untersuchungen auf den Gebrauch des Leders beziehen, da Schwierigkeiten bei der Verarbeitung direkt kaum eintreten.

Bekleidungsleder

Beim Bekleidungsleder spielt (noch aus 'der Zeit der ersten Velourwelle und auch jetzt beim erneuten modischen Trend zur Kleidung aus Velourleder) die Prüfung der Reibechtheit gegen trockenes, nasses und schweiß- feuchtes Gewebe eine wichtige Rolle. Dabei wird gleichzeitig geprüft, inwieweit das Leder mit Schleifstaub behaftet ist, der während des Tragens abgegeben wird. Viele Reklamationen entstehen dadurch, daß durch Lederbekleidung andere Textilien und sogar die Haut der Träger angefärbt werden und daß Anschmutzungen und Verknotungen von textilem Material durch Schleifstaub erfolgen. Diese Eigenschaften des Leders, ebenso wie die zu untersuchende Lichtechtheit, spielen auch für das Gesamtansehen, das das Leder beim Endverbraucher genießt, eine außerordentlich wichtige Rolle. Wenn bei dem Leder nicht die entsprechenden Echtheiten vorliegen, dann wird der Träger unmittelbar noch am neuen Kleidungsstück damit konfrontiert, so daß das Vertrauen, das er dem Produkt Leder insgesamt entgegenbrachte, wesentlich geschwächt wird. Ebenfalls von Bedeutung, vor allen Dingen hier auch als praktisch einzige Verarbeitungsprüfung, muß die Weiterreißfestigkeit des Leders bestimmt werden, um auch danach sagen zu können, ob eine Verwendbarkeit gegeben ist und ob notfalls verstärkend unterfüttert oder unterklebt werden muß.

Schutzwirkung

Für die Schutzwirkung, die von jedem, der Leder als Bekleidung heranzieht, bewußt oder unbewußt verlangt wird, ist die Untersuchung der Benetzbarkeit der Lederoberfläche von Interesse. Dabei wird ein Wassertropfen auf die Lederoberfläche aufgebracht, die Zeit bis zum Eindringen des Tropfens bestimmt und auch das Verhalten des Leders weiter beobachtet, bis hin zum getrockneten Leder, um zu sehen, ob hier Verfleckungen oder Ränder zurückgeblieben sind. Aber auch über eine weitere Eigenschaft des Leders sollte sich jeder, der Bekleidungsleder oder aber Lederbekleidung herstellt und vertreibt, besonders unterrichten, und zwar ist dies das Reinigungsverhalten des Leders. Lederbekleidung wird heute unabhängig vom Ledertyp, d.h. also vom Velourleder über zugerichtete Nappaleder zum Reinanilinlook hin, zur Reinigung gebracht und dies sehr oft auch schon nach kurzer Tragezeit. Daraus können, wenn das Reinigungsverhalten des Leders schlecht ist, Reklamationen entstehen. Es sollte daher jedes Leder auf sein Verhalten beim Reinigen in Perchloräthylen geprüft werden, um zu sehen, inwieweit Farbabweichungen, Flächenveränderungen und Griffverhärtungen auftreten, so daß auch hier Reinigungshinweise gegeben werden können. Die hier genannten Untersuchungsmethoden bei den einzelnen Lederarten gestatten nur, die wichtigsten Eigenschaffen des Leders zu erkennen, während in vielen Fällen eine weitere Ausdehnung des gesamten Prüfprogrammes erfolgen muß, um weitere Eigenschaften des Leders noch zu untersuchen. Selbstverständlich muß dabei das Schwergewicht der einzelnen Prüfungen auf den Ledertyp abgestellt sein, und bei Reklamationen ist es erforderlich, daß die Prüfungen dem Schadensbild angepaßt werden, so daß gezielte Untersuchungen in jedem Fall vorgenommen werden können.

Pelzfelle

Während für die Beurteilung von Leder schon die wesentlichen Prüfungen, bezogen auf den einzelnen Ledertyp, herausgearbeitet worden sind, befindet sich die Erstellung von Prüfprogrammen für Pelzfelle in den Anfangsstadien. An dieser Stelle soll daher nur der Versuch unternommen werden, für die sogenannten Gebrauchspelze, also nicht die eigentlichen Edelpelze, die Prüfungen aufzuzählen, die es gestatten, sowohl über das Pelzleder als auch seine Verwendbarkeit weitestgehende Aussagen zu machen. Dabei ist zu berücksichtigen, daß sich die Art, wie heute Pelze getragen werden, doch etwas gegenüber früher geändert hat, d.h. ein normaler Pelz wird in die Reihe der üblichen Kleidungsstücke eingeordnet, so daß die Anforderungen soweit gehen, daß heute Pelze selbstverständlich zur Reinigung getragen werden, unabhängig davon, wie alt sie sind oder in welchem Zustand sie sich befinden. Aus diesem Grund haben wir die Prüfung der Festigkeit für Pelzleder an die erste Stelle einer Gruppe von Prüfungen gestellt, die sich über die Untersuchung der Aziditätsverhältnisse, also des pH-Wertes, bis hin zur Schrumpfungstemperatur erstreckt, womit Aussagen gemacht werden können, ob dieses Pelzmaterial genügende Festigkeiten besitzt, die auch für die längere Tragezeit, die bei den Pelzen vorausgesetzt werden muß, erhalten bleiben. Es dürfen damit keine freien Säuren im Pelzleder vorkommen, die mit der Zeit zu einer Zerstörung führen können, und zum anderen muß geprüft werden, ob diese Leder eine Gerbung im eigentlichen Sinne erfahren haben, so daß eine gewisse Temperaturstabilität gegeben ist.

Reinigung

Selbstverständlich ist es auch wichtig, den Gehalt an mit Dichlormethan extrahierbaren Stoffen zu untersuchen, um zu sehen, welche Fettungsintensität die Pelzfelle im einzelnen erfahren haben. Als neuere Prüfung schließt sich dann die Untersuchung der Reinigungsbeständigkeit bzw. des gesamten Reinigungsverhaltens der Pelze an, da dadurch immer wieder Reklamationen entstehen. Von der Art der Gerbung und auch der Fettung hängt es in entscheidendem Maße ab, wie sich ein Pelzleder bei der chemischen Reinigung, die heute vom Endverbraucher praktisch gefordert wird, verhält. Es zeigt sich immer wieder, daß bei den Pelzledern, die nur mit geringer Intensität gegerbt worden sind und die als Folge eine stärkere Fettung erfahren haben, ein Einlaufen in der Reinigung eintreten kann, da ein entsprechendes Auffetten in den meisten Fällen schlecht möglich ist. Es ist einmal das Spiel der Pelzhaare, das durch die Auffettung leiden kann, und zum anderen ist der Fettstoff sehr schwer an den richtigen Ort, d.h. in das Leder zu bringen, da neben dem Futterstoff auch noch der Pikierstoff das Eindringen der Fette erschwert. Dazu kommt weiterhin, daß bei vielen Reinigungen beim abschließenden Bügeln oder Dämpfen starke Pelzbeschädigungen eintreten können, die zwar im Augenblick noch als Behandlungsfehler in der Reinigung angesehen werden müssen. Auf längere Sicht sollte man aber auch bei den meisten Pelzarten darauf hinarbeiten, die Gerbung so zu halten, daß eine zu große Temperaturempfindlichkeit nicht mehr besteht. Von der Pelzzurichtung sollte damit der Übergang zur eigentlichen Gerbung dieses Materials erfolgen, wie es heute mit den zur Verfügung stehenden Gerbstoffen durchaus möglich ist, auch unter der Erhaltung eines weichen und insgesamt leichteren Materials.

• Vorgetragen auf der 28. Jahreshauptversammlung des VGCT in Salzburg Ende Mai 1976.


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