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Schweinshaut

Der histologische Aufbau der Schweinshaut unterscheidet sich von dem aller anderen beschriebenen Häute insofern, als eine Dreiteilung in Narbenschicht, Papillarschicht und Reticularschicht nicht vorhanden ist. Die Schweinshaut besteht histologisch gesehen nur aus Narbenschicht. Vor allem gilt das für die Haut des Hausschweins. Das Fasergefüge ist vom Narben bis zum Unterhautbindegewebe, also über die ganze Dicke hinweg kompakt und aus ziemlich einheitlich aufgebautem Fasergewebe. Des weiteren erweist sie sich sehr fettreich, doch befinden sich die Fettzellen im Gegensatz zum Schaffell überwiegend im Unterhautbindegewebe und nicht in der Lederhaut. Vereinzelte Haare (Borsten) gehen durch die ganze Lederhaut hindurch und sind im Fettgewebe der Unterhaut verwurzelt, d. h. also, das Schweinsleder ist von den Haarporen vollständig durchdrungen, weshalb seine Verwendbarkeit lange Zeit auf wenige Zwecke beschränkt war.

Für die Schweinshaut ist die in Abständen verteilte Dreiergruppe von Haarporen, in Dreiecksform angeordnet, typisch. Erst seit etwa zwei Jahrzehnten ist den Nordamerikanern gelungen, bei der Bearbeitung der Haut die Löcher so zu schließen, dass ein wasserdichtes Leder entsteht. Seitdem ist es auch möglich, aus Schweinshaut sowohl Schuhoberleder als auch Schuhsohlleder herzustellen (Hush Puppies). Das bisher Gesagte gilt für die Haut des Hausschweins.Abweichend in ihrem Aufbau verhält sich die Haut des mittelamerikanischen Nabelschweines (Peccarie) von der des europäischen Hausschweines. Die Faserverflechtung ist wesentlich lockerer. Daraus resultiert eine wesentlich weichere Haut und damit ein wesentlich weicheres Leder. Es eignet sich daher nur zur Herstellung von Bekleidungsledern, insbesondere zur Herstellung von Handschuhleder.

Auch bei der Haut dieser Schweinsart sind die Borstenhaare in Gruppen vereinigt von 3-4 Borsten, die in leicht gebogener Linie angeordnet und von kleinen Wollhaaren umgeben sind. Die Wurzeln dieser Borstenhaare reichen beim Peccarie nicht bis in das Unterhautbindegewebe hindurch, sondern enden an der Grenze der Reticularschicht zum Unterhautbindegewebe. Nur bei sehr alten Tieren gehen die Wurzeln ebenfalls längs der Rückenlinie durch die gesamte Lederhaut hindurch und enden im Unterhautbindegewebe.

Einen ähnlichen Aufbau in der Struktur zeigt die Haut des südamerikanischen Wasserschweines, des Carpincho (auch Capivara genannt) - zoologisch keine Schweinsart, sondern ein Nagetier -. Nur die Borstenhaargruppe ist hier ebenfalls, wie beim Hausschwein, wieder in einer Dreiergruppe angeordnet, jedoch im Gegensatz zu dort befinden sich um die Borstenhaare noch feine Wollhaare. Auch die Haut dieser Tierart wird lediglich zur Herstellung von Bekleidungsledern und Handschuhledern herangezogen.

Link Narbenbild Schweinshaut: Narbenbild Hausschwein

Link Narbenbild Peccary: Peccary



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rohhaut_rohware/schweinshaut.txt · Zuletzt geändert: 2019/04/27 14:32 von admin