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Rinder

Der Oberbegriff Rind bezeichnet alle weiblichen und männlichen Tiere. Der Begriff wird in manchen Regionen auch synonym zum Begriff Färse benutzt.

Das Alter der Tiere

Junge Tiere

feinfasrig, feinnarbig, gleichmäßig in der Stellung, dünn, hoher Wassergehalt, wenig Fläche, wenig Schäden.

Alte Tiere

grobfasrig, grobnarbig, ungleichmäßige Stellung, dick – dünn,niedriger Wassergehalt, viel Fläche, mehr Schäden.

Das Geschlecht der Tiere

Geschlechtsformen & Gattung

Rinder

Der Oberbegriff Rind bezeichnet alle weiblichen und männlichen Tiere. Der Begriff wird in manchen Regionen auch synonym zum Begriff Färse benutzt.

Kälber

Rinder im ersten Lebensjahr, unabhängig vom Geschlecht, werden als Kälber bezeichnet. Weibliche Kälber werden Kuhkälber, männliche werden zunächst Bullenkälber genannt.

Männliche Tiere:

Große, schwere und dicke Häute, gröberer Narben als bei weiblichen Tierhäuten.

Stier:

Kurze Haut, insgesamt kleiner, kurzer und dicker Hals, dichte und feste Hautstruktur, gleichmäßige Stellung, wenig abfällig und nicht geschlechtstätig.

Ochse:

Kastrierung vor Geschlechtstätigkeit. Große, feste, dicht strukturierte, und wenig abfällige dicke Haut insb. für die Produktion von Schwerleder. Männliche, kastrierte Rinder werden als Ochsen bezeichnet.

Bulle:

Große Fläche, in Vollsubstanz sehr abfällig zum Hals, Kratzen und Flanken, relativ gleichmäßige aber grobe Struktur in Richtung der Papillarschicht, bzw. oberer Retikularschicht der Corium. Bullen werden auch Stier (Jungbulle), Farren oder Fasel genannt. Bullen sind geschlechtsreife, männliche Rinder. Jungbullen (Stiere) sind nicht kastrierte männliche Rinder, die nicht zur Zucht genutzt, sondern gemästet werden. Jungbullen erreichen im Alter von 16 bis 22 Monaten die Schlachtreife.

Weibliche Tiere:

Kleinere, leichtere und dünnere Häute, feinerer Narben und wesentlich weniger grob strukturierte Faser als bei männlichen Tierhäuten, sonst in der Unterscheidung ähnlich wie bei den männlichen Tieren.

Färsen

Färsen sind weibliche Rinder, die noch nicht gekalbt haben. Färsen werden auch als Kalbe, Kalbin, Starke oder Queene bezeichnet. Mastfärsen sind weibliche Rinder, die nicht für die Nachzucht genutzt, sondern gemästet werden.

Kuh

Weibliche Rinder werden erst nach dem ersten Kalben als Kuh bezeichnet.

Die Ernährung des Tieres:

Die Ernährung des Tieres beeinflusst die Beschaffenheit der Haut. Besonders aber die Inhaltstoffe in der Haut, wie z.B. Fettgehalt und Mineralstoffe werden durch die Ernährung beeinflusst. Eine sichtbare Folge der Mästung und des Aufzuchtverhaltens ist die Abfälligkeit der Häute, die Schwammigkeit, Mast- und Schwangerschaftsstreifen sowie die Neigung zur Losnarbigkeit und Veränderung der physikalischen Festigkeiten. Mastvieh, besonders die Fleischrassen mit intensiver Mast (Stallvieh) ergeben fettreiche, locker strukturierte und abfällige Häute. Erschwerend dazu wirkt sich der Gemütszustand (Stressfaktor), sowie die Pflege des Tieres und des Stalls aus. Bewegungsmangel, aber auch Überbelastung sind Einflussgebende Faktoren. Am Beispiel der Milchkälber (Säuger) und der Fresser (Gras) wird der besondere Einfluss der Ernährung deutlich. Während das Milchkalb einen sehr feinen Narben hat entwickelt der Fresser in kürzester Zeit (1-2 Wochen) ein deutlich sichtbares Narbenbild und die ersten Abfälligkeiten in der Haut.

Die Rasse und das Klima:

Klima

Trocken / Warm / Lau

= Schlechtere Stellung.

Kühl / Feucht / Rau

= bessere Stellung (Flächenausbeute).

Gebirge

= Geringere Abfälligkeit, Haut ist dicker & schwerer (15 – 25 %).

Niederung

= Größere Fläche, Stärker abfällig & dünner, Gröberer Narben.

Zeitpunkt der Schlachtung

Sommerhaut

= dünne Haare, dicke Hautsubstanz, Sommersprossen, Pigmentirritation.

Herbsthaut

= dünne / dicke Haare, dicke / dünne Hautsubstanz, Gänsehaut, Flughaare.

Winterhaut

= dicke Haare, dünne Hautsubstanz.

Frühlingshaut

= dicke / dünne Haare, dünne / dicke Hautsubstanz, Gänsehaut, Flughaare.

Gänsehaut:

Abwehrreaktion der Haut auf einen Kältereiz oder auch auf mechanische oder elektrische Reizung; dabei richten sich die Haare durch Zusammenziehen der Hautmuskulatur auf, und die Haarbalgränder treten aus der Oberfläche hervor.

Sommersprossen:

kleine gelbe bis braune Farbflecken im Bereich der sonnenbestrahlten Haut bei hellfarbigen Haarkleid.

Urochse – Auerochse - Rind

Im Jahre 1625 soll die letzte Auerochskuh im Wald von Jaktorow nahe Warschau verendet sein. Der Auerochse ist der Vorfahr der europäischen Hausrinderrassen und vieler asiatischer Rinderrassen und hielt sich hauptsächlich in futterreichen Waldrandgebieten auf. Alle Ur- oder Auerochsen, die heute in Zoos oder Wildtiergehegen leben, stammen aus Rückkreuzungen verschiedener Rassen.





Geschichte der Rinder

In Kleinasien und Indien hielten die Menschen bereits vor mehr als 8.000 Jahren Rinder als Nutztiere. Später verbreitete sich von dort aus die Rinderhaltung auch in Afrika und Europa aus. In Mitteleuropa entwickelte sich parallel dazu auch der Ackerbau, da die Tiere immer mehr Futtermittel benötigten. Auch in den alten Hochkulturen der Sumerer - 4.000 vor Christus - wurden bereits Kühe zur Milcherzeugung gehalten. Die Muttertiere dienten für die Nachzucht und als Zugtiere. Da Rinder sehr wertvoll waren, wurden nur alte Kühe, Bullen oder Ochsen geschlachtet. Mit dem Beginn der Mechanisierung in der Landwirtschaft im 20. Jahrhundert verlor das Rind als Zugtier an Bedeutung. Heute werden Rinder in den westlichen Ländern hauptsächlich für die Milch- und Fleischerzeugung genutzt.

Rinderhaltung

Rinder haben andere Ansprüche an das Umgebungsklima als Menschen. Sie vertragen Stalltemperaturen von -10 bis 25 °C. Am wohlsten fühlen sie sich bei Temperaturen zwischen 7 und 17 °C. Ausgewachsene Rinder geben pro Stunde 400 Gramm Wasserdampf ab. Das sind täglich bis zu neun Liter Wasser, die aus dem Stall abgeführt werden müssen. Viel frische Luft ist daher im Rinderstall ein Muss. Zugluft muss allerdings vermieden werden. In der Praxis sind so genannte Außenklimaställe, die nicht wärmegedämmt und hervorragend durchlüftet sind, weit verbreitet. Kälber leben einzeln oder gruppenweise in so genannten Kälberiglus, die möglichst windgeschützt und sonnig im Freien aufgestellt werden.

Aufzucht:

Ein Rind wird bis zum sechsten Lebensmonat als Kalb bezeichnet. Junge Kälber sind empfindlich; daher ist es wichtig, Krankheiten wie Durchfall und Grippe durch artgerechte Fütterung und Haltung zu vermeiden. Kälber können für die Milchviehhaltung aufgezogen werden oder für die Jungbullen-, die Färsen- oder die Ochsenmast. Die Haltung der Kälber erfolgt in Deutschland nach den Maßgaben der EU-Kälberhaltungsverordnung. In der Regel werden die Kälber sofort nach der Geburt von den Müttern getrennt, da die Milch für den menschlichen Konsum an die Molkereien abgegeben wird. In den ersten zwei Lebenswochen werden die Kälber einzeln oder in Gruppen gehalten. Die Haltung der Kälber in Einzelboxen bietet mehrere Vorteile. Zum einen können sich die Tiere, bei denen der Saugreiz stark ausgebildet ist, nicht gegenseitig besaugen. Zum anderen können die besonders anfälligen jungen Kälber besser beobachtet werden. Auch die Übertragung von Krankheiten ist bei Einzelhaltung geringer. Die Kälber werden auch im Freien - allein oder in Gruppen - in so genannten Freilandhütten oder Iglus gehalten. Die Luftqualität, der geringere Keimdruck und der Auslauf ist für die Gesundheit der Kälber förderlich. Allerdings ist diese Haltungsform arbeitsaufwändig und hat deshalb in der Praxis nur bis zur sechsten Lebenswoche Bedeutung. In den ersten zwei Lebenswochen der Kälber ist das Einstreuen der Ställe vorgeschrieben. Außerdem müssen die Tiere Sichtkontakt haben. Die Einzelhaltung ist nur bis zur achten Lebenswoche erlaubt; danach müssen die Kälber in Gruppen gehalten werden. Dies erfolgt mit Einstreu oder auf Spaltenböden. Die anschließenden Produktionsrichtungen – Jungbullen-, Färsen- oder Ochsenmast – unterscheiden sich hinsichtlich der Fütterungs- und Haltungsbedingungen.

Rinderrassen

Rinder haben die größte Bedeutung innerhalb der Tierproduktion Deutschlands. Hauptsächlich werden Milch- und Zweinutzungsrassen gehalten. Zunehmend spielen auch Fleischrinder und so genannte Robustrassen eine Rolle. Grundlage einer erfolgreichen Rinderzucht sind umfangreiche Leistungsprüfungen. Etwa 70 % aller Milchkühe sind MLP-Kühe (milchleistungsgeprüfte Kühe). Die Milchleistungs-prüfung wird 11mal im Jahr bei allen Tieren eines Bestandes durchgeführt. Die erfassten Merkmale sind Milchmenge, Milchinhaltsstoffe und Milchqualität. Im Rahmen der Fleischleistungsprüfung ermittelt man die Mastleistung und den Schlachtkörperwert (z. B. Schlachtausbeute, Rückenmuskelfläche, Fleisch-, Fett- und Knochenanteil).

Naturfett

Das Naturfett, bzw. der Naturfettanteil hat sich in den letzten Jahrzehnten durch die Masttierhaltung als MLP oder Fleischmastvieh erheblich verändert.




Link Narbenbild Rind: Rind

Link Narbenbild Kalb: Kalb


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rohhaut_rohware/rinder.txt · Zuletzt geändert: 2012/03/04 11:59 (Externe Bearbeitung)