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Lufttrockenkonservierung

Als älteste Methode, Häute und Felle zu konservieren, ist wohl das Trocknen an der Luft anzusprechen. Es kann ohne besondere Hilfsmittel durchgeführt werden. Da die Hautsubstanz bei einem Feuchtigkeitsgehalt von 12 - 18 % (im Durchschnitt rechnet man mit 15 %) praktisch nicht mehr fäulnisfähig ist, kann man schon durch ein ausreichendes Trocknen, das diese Wassergehalte der konservierten Haut erreicht, die Häute und Felle vor dem Verderben durch Fäulnis schützen.

Die zum Trocknen gelangende Haut muss möglichst sauber von Blut und Schmutz befreit sein. Das Trocknen selbst muss besonders vorsichtig durchgeführt werden. Es darf nicht zu langsam erfolgen, da die Haut während des Trocknens faulen kann. Zu rasch darf die Haut jedoch auch nicht der Trocknung ausgesetzt werden, da sonst die Außenschichten wiederum zu stark austrocknen, im Innern aber feuchte, fäulnisfähige Zonen verbleiben, die unter Erwärmung nach und nach völlig faulen und allmählich zu den in Gerbereien bekannten Fehlern des „Selbstspaltens“ der Haut führen. Das kommt dann vor, wenn die Häute der prallen Sonne ausgesetzt sind. Deshalb soll die Trocknung an mehr schattigen, luftigen Stellen erfolgen, wo das Verdunsten der Feuchtigkeit gleichmäßig und sicherer vor sich geht und Häute liefert, die nicht zu hart ausgetrocknet sind und in der Weiche normal aufgehen. Das Trocknen geschieht am zweckmäßigsten durch Aufspannen der Häute auf Rahmen in offenen, luftigen und genügend warmen Räumen (Schattenrahmentrocknung). Wird diese Schattenrahmentrocknung vorschriftsmäßig durchgeführt, ergibt sie Hautmaterial von gut konserviertem Zustand.

Es gibt noch weitere Methoden der Lufttrockenkonservierung für Rohhautmaterial, die aber nur lokale Bedeutung haben, vor allem für Afrika, und meistens ein Hautmaterial mit mehr oder weniger fehlerhafter Konservierung liefern: die Bodentrocknung, die Drahttrocknung, die Zelttrocknung.

Nachteilig erweist sich das Trocknen als Konservierungsmethode insofern, als etwa doch auftretende Hautsubstanzbeschädigungen frühestens nach Abschluss des Weichprozesses erkannt werden können. Ungünstig verhalten sich getrocknete Häute auch hinsichtlich des Insektenbefalles oder Mäuse- und Rattenfraßes.


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rohhaut_rohware/lufttrockenkonservierung.txt · Zuletzt geändert: 2012/03/04 11:59 (Externe Bearbeitung)