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Vorbereitung der Leder zur Verarbeitung

Die Zusammenstellung von Lederpartien setzt voraus, dass nur Leder verwendet werden, die aus gleicher Rohware unter völlig gleichen oder zumindest vergleichbaren technischen Bedingungen, aber unter Einsatz der gleichen Chemikalien hergestellt worden sind. Bei der Weiterverarbeitung vorbehandelter (vorgegerbter) Ware muss die Zusammenstellung zu einer Partie vor den für die Vereinheitlichung des Aussehens und der für die allgemeinen Ledereigenschaften wichtigen Arbeitsgänge (wie Entgerbung, Nachgerbung usw.) erfolgen.

Leder nur nach dem Aussehen der Oberfläche und den äußeren Beschaffenheiten zu einer Partie oder einer weiter zu verarbeitenden Produktionseinheit zusammenzustellen, kann später zu schwerwiegenden Reklamationen führen. So kann z.B. die Lichtechtheit des Lederuntergrundes oder der zur Färbung verwendeten Farbstoffe ebenso unterschiedlich sein wie z.B. auch das Reinigungsverhalten usw. Während des Gebrauchs der Lederartikel werden sich in einem solchen Fall die einzelnen Zuschnitte unterschiedlich verfärben, ohne dass die aufgetretene Schädigung noch beseitigt werden kann.

Licht und Sortierung:

Zur Sortierung in Handelsklassen und später zur Zusammenstellung mehrerer Leder aus einer Partie, z.B. zur Herstellung einer Möbelgarnitur oder eines Ledermantels usw., muss auf die richtige Beleuchtung geachtet werden. Die Fenster dieser Räume sollten, wie für das Lederlager allgemein angegeben, nach Norden gerichtet sein, direkte Sonneneinstrahlung bei anderer Lagerraumanordnung ist zu vermeiden. Wenn es zur Sortierung unter Kunstlicht kommt, so ist auf die Zusammensetzung des Lichtes und seiner spektralen Anteile zu achten. Wichtig ist ein möglichst neutrales Licht, das der Tageslichtzusammensetzung nahe kommt. Lampen mit einer Überbetonung bestimmter Lichtanteile (Warmtonlampen usw.) sind zu vermeiden. Gut eingeführt hat sich für die Ledersortierung die oben erwähnte TRUE LITE-Tageslicht-Leuchtstoffröhre. Die spektrale Lichtzusammensetzung entspricht weitestgehend dem Tageslicht. Auch die Höhe der Beleuchtungsstärke ist wichtig, da dadurch die primären Sehfunktionen wie Unterschiedsempfindung, Sehschärfe, Tiefensehen und Farberkennung bis zu einer gewissen Höhe der Luxzahl stetig verbessert werden. Die Nennbeleuchtungsstärke sollte 1000 Lux bis max. 2000 Lux betragen, die Stufe der Farbwiedergabeeigenschaften 1. Wichtig ist auch noch die Abschirmung gegen Lichtquellen anderer Lichtarten. Für Feinstvergleiche (z.B. Bestimmung der Lichtechtheit) ist eine Einzelplatzbeleuchtung zweckmäßig. Für Oberflächenkontrollen sind Zusatzbeleuchtungen mit schrägem Lichteinfall erforderlich. Die letztgenannte Einrichtung sollte sich kurzzeitig zusätzlich unter Abschwächung des Hauptlichtes oder als alleinige Beleuchtung einschalten lassen. Bei der Entnahme der Zuschnitte, die z.B. bei Kleintierfellen aus mehreren Ledern für einen Gegenstand herausgeschnitten werden müssen, ist es wichtig, dass alle Leder unter ganz gleichen Lichtbedingungen zur gleichen Zeit offen liegen und betrachtet werden können. Hier sollte ein Schräglichteinfall kurzzeitig zuschaltbar sein. Damit ist z.B. die Beurteilung des Velourfaserflors in Bezug auf die Faserdichte, -feinheit, -länge usw. besser möglich, und es erleichtert die Zuordnung von Ledern aus verschiedenen Fellen, die später direkt aneinander grenzend verarbeitet werden sollen.

Das Tageslicht unterliegt starken Schwankungen durch die Witterung und den Zyklus der Jahres- und Tageszeiten. Auch in den Gebrauchsräumen (z.B. Wohnräumen bei Ledergarnituren usw.) werden andere Kunstlichtzusammensetzungen vorliegen. Es ist daher möglich, bei empfindlichen Farben oder der vorgesehenen Kombination von verschiedenen Materialien diese Beleuchtungsarten durch spezielle Kunstlichtzusammenstellungen zu imitieren und evtl. Farbumschläge der verwendeten Materialien bei Einsatz anderer Lichtquellen zu erkennen.


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lederverarbeitung/vorbereitung_der_leder_zur_verarbeitung.txt · Zuletzt geändert: 2012/03/04 11:59 (Externe Bearbeitung)