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Prüfung des Leders bei Einwirkung von Ölsubstanzen und Fettsubstanzen

Mit dieser Methode wird geprüft, wie sich technische Leder bei der Berührung mit öligen Substanzen verhalten. Ferner hat dieser Test besondere Bedeutung bei der Prüfung des Anschmutzungsverhaltens von Ledern (speziell Anilinleder bis Rauleder), bei Kontakt mit fettenden Substanzen und Oberflächen erhalten. Diese Prüfung lässt es erstmals zu, dass die ölabstoßende Ausrüstung eines Leders im Hinblick auf das Gebrauchsverhalten untersucht werden kann. Es ist im Arbeitsbereich von außerordentlicher Bedeutung, dass viele Leder, die mit Fetten unterschiedlichster Zusammensetzung und Konsistenz in Berührung kommen, diese nicht sofort aufnehmen. Durch die Fettstoffe können die Leder in ihren Eigenschaften verändert werden und in speziellen Fällen (z.B. bei Spinnereiledern) sogar Festigkeitseinbußen erleiden. Bei Schutz- und Sicherheitshandschuhen stellt sich die Frage in Abhängigkeit von dem jeweiligen Arbeitsplatz etwas anders, d. h. nicht in jedem Fall ist eine Ölabstoßung von Vorteil. Sehr oft ist es sogar für die Griffsicherheit besser, wenn das Leder das an Arbeitsgeräten anhaftende Öl schnell aufsaugt, so dass der ergriffene Gegenstand nicht mehr rutschen kann.

Bei den Ledern des täglichen Gebrauchs (Schuh, Möbel, Bekleidung usw.) kann durch eine ölabstoßende Ausrüstung die Anschmutzungsgefahr verringert und die Pflegbarkeit des Leders verbessert werden. Die Leder bleiben, auch bei intensiverem Gebrauch, länger sauber. Diese Prüfung gehört zu der Untersuchung der eigentlichen Ledersubstanz, da der beste Effekt durch eine Fassimprägnierung erzielt werden kann. Die Imprägnierstoffe sind damit auf das gesamte Leder aufgezogen. In vielen Fällen reicht es aber auch aus, wenn eine oder mehrere Oberflächenbehandlungen (Spritzverfahren, Sprays) durchgeführt werden.

Tabelle 13: Ölabweisungswert

ÖlabweisungswertTestsubstanzOberflächenspannung in mN/m
1Paraffinöl Saybold- Viskos. 360/390 bei 38°C spez. Gewicht 880/900 bei 15°C auch bez. Als „Nujol„31,5
265 Teile Paraffinöl
35 Teile n-Hexadecan
29,6
3n-Hexadecan27,3
4n-Tetradeca26,5
5n-Dodecan24,7
6n-Decan
7n-Octan
8n-Heptan

Testmethode zur Bewertung der Ölabweisung nach AATCC 118:

Auf eine klimatisierte Lederprobe werden Tropfen verschiedener Standardsubstanzen (Tabelle 13) mit steigenden Oberflächenspannungen aufgesetzt. Es wird mit dem Paraffinöl = 1 begonnen. Die Beobachtung des vorsichtig auf die zu prüfende, waagrecht gelagerte Gebrauchsoberfläche aufgesetzten Tropfens (Ø etwa 5 mm ≈ 0.05 ml) erfolgt für die Prüfzeit von 30s. Diese Prüfung wird dann an zwei weiteren Stellen des gleichen Probekörpers wiederholt. Wenn keine Benetzung oder vollständiges Eindringen durch den aufgesetzten Tropfen erfolgt, wird die nächst höher nummerierte Substanz der Tabelle 13 zur Prüfung eingesetzt. Diese Untersuchung wird fortgeführt, bis eine der Substanzen ein deutliches Benetzen der Lederoberfläche innerhalb der 30 s erkennen lässt. Die Auswertung gibt die höchst nummerierte Substanz (oder das Substanzgemisch) an, die die Lederoberfläche innerhalb von 30 s nicht benetzt hat.

Messung der statischen Ölabsorption:

Es wird der Grad der Ölabstoßung von Ledern unter statischen Bedingungen gemessen. Ein 50 mm x 50 mm großer Lederprobekörper wird, nach dem ordnungsgemäßen Klimatisieren, gewogen und senkrecht in ein mit reinem Mineralöl (Paraffinöl DAB-6) gefülltes Becherglas gehängt, so dass sich die obere Kante des Probekörpers 15 mm unter der Oberfläche des Öls befindet. Nach einer Eintauchzeit von zehn Minuten wird der Probekörper aus dem Öl heraus geholt, mit einem Filterpapier abgetupft und zurückgewogen. Die Ölabsorption wird in % angegeben.



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lederpruefung_lederbeurteilung/pruefung_des_leders_bei_einwirkung_von_oelsubstanzen_und_fettsubstanzen.txt · Zuletzt geändert: 2019/04/27 12:20 von admin