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Prüfung der Narbendehnfähigkeit

Prüfung der Narbendehnfähigkeit.

Die Verfeinerung des Hautfasergefüges mit der gleichzeitigen Verdichtung führt an der Oberfläche der Papillarschicht zur Bildung des Narbens. Die besonderen Eigenschaften dieses Lederbereiches, die auch durch eine gewisse Vorzugsrichtung der Fasern parallel zur Oberfläche noch verstärkt werden, haben dazu geführt, dass teilweise von einer Narbenmembran im Sinne einer eigenen Schicht gesprochen wird. Bei jedem Dehnungsvorgang des Leders wird immer zuerst das Verhalten des Narbens zu prüfen sein, da sich eventuelle Fehler in der Herstellung und auch in der Vorbereitung des Leders zur Verarbeitung (Konditionierung des Leders oder der Schafte vor dem Zwicken) zuerst in einer mangelhaften Dehnung des Narbens zeigen, so dass es zum Aufplatzen kommen kann. So kann der Narben Einbußen in seiner Flexibilität z. B. durch eine Übergerbung erfahren, da alle Stoffe, die zur Lederherstellung verwendet werden, zuerst auch auf den Narben auftreffen. Wird die Narbenschicht nicht durch eine z. B. milde Angerbung geschützt, was gleichermaßen für die Nachgerbung gilt, so kommt es leicht zur Überladung der den Narben bildenden Fasern und damit zur Verringerung der Dehnfähigkeit. Auch die Zurichtung dringt teilweise in die Narbenschicht ein, so dass bei einer zu festen Einstellung der Grundierung ebenfalls die Narbendehnfähigkeit herabgesetzt wird. Bei allen Zurichtungen, besonders aber bei dickeren Deckschichten, ist darauf zu achten, dass diese sich in ihrer Flexibilität und Dehnfähigkeit dem Ledernarben anpassen. Sind kompaktere Zurichtungen auf dem Leder vorhanden, dann haben sie meist auch die Aufgabe, das Leder gegen aufkommende Feuchtigkeit zu schützen. Damit wird aber auch für die Konditionierung das Einbringen der für das Dehnungsverhalten wichtigen Feuchtigkeit erschwert, da dann die Aufnahme im wesentlichen nur von der Lederunterseite erfolgen kann. Diese Oberleder (z.B. für Arbeitsschutzschuhe) sind daher unbedingt für eine längere Zeit in einer sehr feuchten Atmosphäre zu lagern. Damit ist die Sicherheit gegeben, dass sich das Feuchtegleichgewicht im gesamten Leder einstellt, so dass der Narben ebenfalls einen ausreichenden Wassergehalt aufweist.

Während der Schuhherstellung kommt aus der Sicht des Narbendehnungsverhaltens noch erschwerend hinzu, dass die gesamte Lederdehnung durch eingeklebte oder angespritzte Kappen verändert wird und dass die Anfeuchtung - auch die lokal höhere Befeuchtung dehnungsexponierter Schaftteile - noch wesentlich schwerer wird. Aus den Flächendehnungswerten bis zum Narbenplatzen, die in Abhängigkeit von dem Wassergehalt des Leders aufgetragen worden sind (Abb. 40) ergibt sich, dass bis zu 22 % Feuchtigkeit die Flächendehnung linear ansteigt, die dabei etwa 25 % höher ist als bei einem unter Normklima gelagerten Leder.

Abb. 40:


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lederpruefung_lederbeurteilung/pruefung_der_flaechenhaften_dehnung_von_leder/pruefung_der_narbendehnfaehigkeit.txt · Zuletzt geändert: 2012/03/04 15:34 (Externe Bearbeitung)