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Chemische Untersuchung des Leders

So wie sich die Chemie Anfang des 20. Jahrhunderte, immer stärker den Vorgängen bei der Lederherstellung annahm, wurde auch die chemische Analyse immer mehr zur Untersuchung und Bewertung von Ledereigenschaften herangezogen. Es wurden bekannte Verfahren der chemischen Prüfung aus anderen Bereichen übernommen und neue, spezielle Analysenverfahren entwickelt. Seiner damaligen Bedeutung entsprechend, stand das pflanzlich gegerbte Leder im Vordergrund. Neben der Prüfung der äußeren Beschaffenheit spielten die durch die chemische Untersuchung erhaltenen Aussagen eine wichtige Rolle. Durch die laufende Verbesserung der Verfahrenstechnik, der Hilfsmittel und die in der Folge größere Transparenz der Lederherstellungsprozesse nahm die Bedeutung der chemischen Prüfung ab, während von der Seite der Lederverarbeiter durch die zunehmende Mechanisierung und Automatisierung dieser Produktionsprozesse eine immer größere Zuverlässigkeit in den physikalischen Eigenschaften vom Leder über Partien und Lieferungen hinweg verlangt wurde.

Auch heute noch ist es aber in bestimmten Punkten nur über chemische Methoden oder auch chemisch-physikalische Verfahren allein möglich, wichtige Aussagen über das Leder, seine Verarbeitbarkeit und seine Gebrauchsfähigkeit zu bekommen. Die Gerbart und die Gerbintensität einzelner, bei der Lederherstellung verwendeter Gerbstoffklassen lässt sich nur durch die Analyse bestimmen. Damit ist feststellbar, ob im Leder die richtigen Grundlagen für die in der Folge messbaren, physikalischen Eigenschaften vorhanden sind. Mit Hilfe der analytisch erhaltenen Werte können auch Fehler in den Ledereigenschaften besser erkannt und ausgewertet werden. Dies führt zu gezielteren Aufstellungen neuer Rezepturen.

So ist z. B. eine verminderte Zug- oder Weiterreißfestigkeit des Leders oft auf eine unzureichende Fettung während der Lederherstellung zurückzuführen, eine schlechte Verklebbarkeit des Leders auf eine zu starke Fettung und ein weißer Ausschlag auf dem Schuh auf einen zu hohen Anteil an auswaschbaren Mineralstoffen und so weiter.

Die chemischen Bestimmungsmethoden erfahren immer weitere Verbesserungen und Ergänzungen, auch durch chemisch-physikalische Verfahren. Die Gaschromatographie brachte ganz neue, schnell zu erhaltende Aussagen über die Zusammensetzung z. B. von Fettausschlägen; mit dem Atomabsorptionsspektrophotometer können mehrere Kationen hintereinander und mit der Röntgenfluoreszenz sogar simultan bestimmt werden.

Prüfprogramm:

Die Auswahl der einzelnen chemischen Prüfungen, die an einer vorliegenden Lederprobe durchgeführt werden, richtet sich nach der Art des Leders, nach den möglichen Verarbeitungsmethoden des fertigen Leders, der vorgesehenen Verwendungsart und auch Verwendungsdauer und der eventuellen Beanstandung an einem Leder oder den daraus gefertigten Gegenständen.


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lederpruefung_lederbeurteilung/chemische_untersuchung_des_leders.txt · Zuletzt geändert: 2012/03/04 12:00 (Externe Bearbeitung)