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Semianilin-Zurichtung Semianilinzurichtung

Die Semianilin-Zurichtung nimmt eine Mittelstellung zwischen gedeckter und transparenter Zurichtung ein. Sie wertet den Vorteil einer deckenden, stärker beschichtenden Grundierung für den Egalisiereffekt und einer transparenten Spritzfarbe für den modischen Anilinaspekt aus. Semianilin-Zurichtung kann auf vollnarbigen und narbenkorrigiertem Ledern angewendet werden, deren angeschliffene Narbenschicht mit oder ohne Narbenimprägnierung mit deckenden Pigmenten und einem mehr oder weniger kräftig beschichtenden Polymerisatfilm grundiert wird. Anschließend kann ein markanter Porennarben, z. B. Ziegennarben, ein imitierter Krokodil- oder Eidechsnarben oder ein Phantasienarben aufgepresst werden. Wie bei der Anilin-Zurichtung wird die Grundierung in hellen Farbtönen gehalten, darauf wird eine kontrastierende, transparente Farbschicht und als Abschluss eine farblose oder auch angefärbte Appreturschicht gespritzt.

Schatteneffekte durch seitliches Anspritzen des Krokodilnarben mit der transparenten Anilinfarbe können das natürliche Aussehen steigern und den Anilineffekt erhöhen. Auf diese Weise lässt sich ein z.B. für Reise- und Galanterieartikel, aber auch für andere Verwendungszwecke gut brauchbares Leder mit anilinartigem Aussehen erhalten.

Die Entscheidung, ob reine Anilin-Zurichtung oder Semianilin-Zurichtung vorgenommen wird und welche einzelnen Zurichtschritte durchgeführt werden, hängt vom Reinheitsgrad der Narbenoberfläche und von der Feinheit des Narbenbildes ab. Je besser die Narbenqualität ist, um so weniger Einzelbehandlungen sind erforderlich. Mit zunehmend schlechter werdendem Sortiment steigt der Aufwand an Zurichtbehandlungen an. So genügt für Vollnarbenleder mit dicht anliegendem, feinporigen Narben eine Spritzfärbung und ein Appreturauftrag.

Bei Tendenz zu losem Narben ist eine Vorbehandlung durch narbenfestigende Imprägnierung erforderlich. Wunder Narben oder gröberes Porenbild können durch Polieren ausgeglichen werden. Dabei kann der Poliergrund mit der Spritzfarbe kombiniert oder zusätzlich leicht pigmentiert werden. Narbenbeschädigungen und grobe Haargruben erfordern eine Narbenkorrektur durch Schleifen, dem Narbenimprägnierung mit Vorfärbung, abschließende pigmentierte Grundierung, Effektfarbe und Appretur folgen. Die Mitverwendung geringer Anteile transparenter organischer Pigmente beeinträchtigt den wenig beschichtenden Anilincharakter von Vollnarbenleder im allgemeinen nicht. Geschliffenes Leder verlangt eine voll abschließende Semianilin-Zurichtung mit deckender Pigmentgrundierung.

Abb. 6 Abhängigkeit der Zurichtschritte von der Narbenqualität:


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lederherstellung/zurichtung/semianilin-zurichtung_semianilinzurichtung.txt · Zuletzt geändert: 2012/03/04 15:32 (Externe Bearbeitung)