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Bindemittel in der Zurichtung

Die als farbgebende Substanz für die Lederzurichtung verwendeten Pigmente besitzen von sich aus keine Affinität zum Leder, wie das z. B. bei Farbstoffen der Fall ist. Um eine beständige, fest haftende Bindung der Pigmente auf dem Leder zu erreichen, müssen sie mit geeigneten Bindemitteln auf der Lederoberfläche befestigt werden. Die Bindemittel haben aber nicht nur die Aufgabe einer Haftsubstanz für die pulverförmigen Pigmente zu erfüllen, sondern ihnen kommt noch eine Reihe weiterer Funktionen zu.

Ihre Aufgabe beim Aufschließen der Pigmentagglomerate, die Pigmentteilchen zu umhüllen und einzubetten, den Farbteig als Schutzkolloid zu stabilisieren und das Auswandern von Pigmentteilchen aus der Farbschicht zu verhindern, wurde bereits bei Beschreibung der Lederdeckfarben erörtert. Die in den Pigmentzubereitungen enthaltene Menge an Bindemitteln reicht jedoch im allgemeinen nicht aus, um die Aufgabe des Oberflächenabschlusses und der Ausbildung eines Films mit den vom zugerichteten Leder geforderten Qualitätseigenschaften zu erfüllen. Man kommt deshalb bei der Lederzurichtung mit den Deckfarbenpasten allein nicht aus, sondern benötigt zusätzlich Bindemittel. Diese stehen aus Gründen der rationellen Anwendungsmöglichkeit separat zur Verfügung. Sie sind farblos, können mit den Pigmentzubereitungen zu beliebigen Farbnuancen abgemischt werden und lassen sich je nach eingesetzter Pigmentart und Pigmentmenge mehr deckend oder mehr transparent einstellen.

Den Bindemitteln kommt neben den auf die Pigmentfarben ausgerichteten Aufgaben die Funktion der Oberflächenveredlung des Leders zu. Bei Vollnarbenleder bedeutet das Schutz der empfindlichen Narbenschicht gegen Nässe, Verschmutzen, Bekratzen oder Abscheuern, Erhalt eines eleganten Aussehens und angenehmen Griffs. Bei geschliffenem oder Spaltleder gilt das Hauptaugenmerk der Ausbildung eines die Lederoberfläche abschließenden Films, der verhindert, dass die freien, nicht mehr endlos miteinander verwachsenen Fasern sich bei Zug- oder Biegebeanspruchung voneinander trennen. In jedem Fall sind die Bindemittel die Grundsubstanz der Zurichtschicht.

Die Anforderungen, welche an die Bindemittel gestellt werden, sind je nach der Zurichtart verschieden. Entsprechend werden verschiedenartig aufgebaute Produkte herangezogen, deren Auswahl sich in Art und Menge nach dem gewünschten Zurichteffekt richtet. So ist die Bindemittelmenge bei der Glanzstoß-Zurichtung von Vollnarbenleder verhältnismäßig gering und ganz deutlich niedriger als bei der Bügelzurichtung von geschliffenem Leder. Bei der Stoßzurichtung ist überwiegend nichtthermoplastisches Verhalten der Bindemittel Vorbedingung für die Stoßbarkeit. Die Bügelzurichtung basiert auf dem thermoplastischen Verfließen und Verschweißen der Bindemittel bei der Bügelbehandlung.



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lederherstellung/zurichtung/bindemittel_in_der_zurichtung.txt · Zuletzt geändert: 2019/04/28 19:06 von admin