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Gerbzug - gezogener Narben - Narbenziehen

Wet-blue, Wet-white oder Wet-brown sowei Borkeleder oder Crustleder als Fertigleder kann einen mehr oder weniger sichtbar gezogenen Narben, der sich durch eine partiell zusammenziehende Papillarschicht äußert, aufweisen. Am Wet-blue sind diese partiellen Faltenbildungen - zusammengezogene Narbenbereiche - insb. in den Kernbereichen und weniger in den locker strukturierten Bereichen zu finden. Dieses Erscheinungsbild ist ein Hinweis auf eine häufig temporäre Veränderung der Lederoberfläche durch Spannungsunterschiede im Feinstbau des Fasergeflechtes der Papillarschicht, die sich bis zur Tiefe der Haarwurzeln und Schweißdrüsen erstreckt.

Das „Narbenziehen“ basiert daher auf Spannungsunterschiede des feinen Fasergflechtes der oberen Narbenschicht im Verbund zu den locker strukturierten Bereichen der Retikularschicht die gemeinsam die Lederhaut bilden. In Abhängigkeit der Gerbintensität kann der gezogene Narben nicht nur temporär sichtbar sein, sondern auch durch eine Gerbung entsprechend sichtbar fixiert werden.

Der gezogene Narben (Gerbzug) bezeichnet also den temporären - zeitlich begrenzt bis zur gründlichen Ausarbeitung der Fläche (z.B. Ausrecken) - oder durch die Gerbung fixierten Zustand, eines mehr oder weniger krausen oder faltigen Narbens.

Derartiger Gerbzug kann durch frühe Erhöhung der Adstringenz bei z. B. Basizitätserhöhung in der Mineralgerbung, Alkalisierung bei Glutardialdehyden oder Gerbstoffüberladung bei der pflanzlichen Gerbung entstehen. Auch Maßnahmen die die Adstringenz beeinflussen (Zugabe von Heißwasser, oder Auszehrunghilfsmittel) können, ebenso wie die mechanische Walkwirkung in z.B. flottenarmen Gerbsystemen nach Zugabe des Gerbstoffes insb. wenn die Anfangsazidität in der Gerbung grenznah eingestellt wurde (>3,4 pH), ursächlich sein. So können z.B. Kurzflottenpickel- oder Kurzflottengerbsysteme mit hohen pH-Werten, bzw. hohen pH-Werten zu Beginn der Gerbung zu einem höheren Anfall von Gerbstoffen an den Außenzonen der gepickelten Haut führen. Die Überladung der Narbenschicht wird durch den Feinstbau des Fasergeflechtes schneller passieren und daher auch in den dicht strukturierten Bereichen deutlicher sichtbar werden. Dieser Effekt tritt u. U. bei dicker gespaltener Ware (>2,5 mm ) deutlicher hervor, das die mechanische Walkwirkung in Kurzflottensystemen entsprechend höher ist.

Wenn sich ein temporär sichtbarer Gerbzug im nassen Zustand durch Ausrecken oder Abwelken / Ausrecken entfernen lässt, ist nicht von einer dauerhaften optischen Beschädigung auszugehen.




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lederfehler/gerbzug_-_gezogener_narben.txt · Zuletzt geändert: 2019/04/29 20:23 von admin