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Ausschlagen der Fette - Fettauschlag

Ausschlagen der Fette - Fettauschlag

Fettauschlag oder Ausschlagen der Fette auf dem Leder heißt die Bildung eines weißen Fettbelages auf dem Leder. Nach Fahrion (Fettstoffe des Gerbers, Prag, „Der Gerber„ 1917) läßt sich das Ausschlagen folgenderweise erklären:

Das im Leder enthaltene Neutralfett (siehe Fette) erleidet unter dem Einfluß von Säuren oder Fermenten eine teilweise oder nahezu vollständige Spaltung. Diese Spaltung ist von einer Temperaturerhöhung begleitet, so daß ein Teil der abgespaltenen Fettsäuren an die Oberfläche des Leders tritt; hier wird das Fett abgekühlt, der flüssige Anteil geht wieder in das Leder zurück, während die festen Fettsäuren in Form eines ganz dünnen, weißen Belages auf der Oberfläche zurückbleiben. Durch Bürsten mit Benzin oder mit Sodalösung läßt sich der Belag zwar entfernen, doch erscheint er in den meisten Teilen nach einiger Zeit von neuem.


Um solchen Fettausschlag zu verhindern, ist also darum zu sorgen, daß im Leder keine freien Mineralsäuren enthalten sind, wie dies beim Chromleder, mineralsalzgegerbten Ledern der Fall sein kann. Diese Gerbungen können zum Fettausschlag neigen.


Beim Lagern achtet man darauf, daß der Lagerraum trocken ist, damit die Leder keine Feuchtigkeit anziehen, was die Schimmelbildung fördert. Oder man setzt der Fettung / Schmiere Mineralfette zu, welche die Tier- und Pflanzenfette in Lösung halten und so das Ausschlagen verhindern.


Bei niedriger Temperatur scheidet sich ein weißer, kristalliner Niederschlag der ausgeschiedenen Stearinsäure auf der Lederoberfläche ab. Bei Verwendung von Baumwollsamen-, Rizinus- oder Sesamöl zum Fettlicker tritt der Ausschlag nicht ein. Bei Verwendung der Fischtrane und anderer leicht oxidierbarer Öle zum Fetten des Leders tritt manchmal das Ausharzen auf, wobei das Fett nicht als weißer Belag, sondern als kleine Tropfen auf der Oberfläche des Leders erscheint.


Die Säurezahl (siehe Fette) zeigt, ob sich ein Öl zum Ausharzen neigt oder nicht. Ein Öl mit hoher Säurezahl soll im allgemeinen zum Schmieren nicht geeignet sein. Eher ist es zur Faßschmiere verwendbar, weil es dabei in dem gefetteten Leder gleichmäßiger verteilt wird. Diese gleichmäßigere Verteilung kann auch durch Zusatz von Mineralöl, z. B. zum Tran, erzielt werden, wodurch auch das Ausharzen des Trans verhindert wird.


Tran und leicht oxidierbare Öle sind auch zum Abölen nicht zu empfehlen. Man wendet dazu Klauenöl, Mineralöl oder besser eine Mischung von Mineralöl mit einem weniger oxidierbaren Öle, wie Baumwollsamenöl, Olivenöl, Rizinusöl u. dgl. an.


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lederfehler/ausschlagen_der_fette_-_fettauschlag.txt · Zuletzt geändert: 2012/03/04 11:59 (Externe Bearbeitung)