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Hochverzugsleder und Laufleder

Lauf- oder Hochverzugsleder werden in Hochverzugsstreckwerken eingesetzt. Die Leder werden, zu runden Rollen verklebt, über die Zylinder gezogen. Die Lunte läuft hier zwischen der oberen Walze des Streckwerkes und dem Laufleder hindurch. In vielen modernen Maschinen ist auch die obere Walze durch Riemchen ersetzt. Zur Herstellung der Zylinderhülsenleder (mit Dicken von 0,5 bis 0,8 mm) und der Laufleder (0,5 bis 0,6 mm oder für Riemchenstreckwerk bis zu 1,2 mm dick) werden aus chrom oder chrom-synthetisch-kombiniert gegerbten Ledern hergestellt, an die die folgenden Anforderungen gestellt werden müssen:

Die Leder dürfen keine Dickenschwankungen über ± 0,05 mm haben. Sie dürfen sich beim Gebrauch nicht verziehen. Der Narben muss dicht, fein, glatt und vor allem elastisch sein. Der Narben muss fest aufsitzen, da beim Gebrauch die Zone zwischen der Narben- und der Retikularschicht besonders beansprucht wird.

Neben einer guten Abriebfestigkeit muss der Narben eine Druckfestigkeit zeigen. Die nachfolgend angegebenen Lederinhaltsstoffe beziehen sich auf 0 % Wasser. Bei einem Chromoxidgehalt von 2 bis 3 % dürfen die löslichen Mineralstoffe höchstens 1,0 % darüber liegen, da höhere Gehalte an Einlagerungen zur Versprödung des Leders führen könnten. Die extrahierbaren Fettstoffe sollten nicht über 5,0 % und die freien Fettsäuren nicht über 1,0 % betragen. Der pH-Wert darf nicht unter 3,5 und möglichst auch nicht über 4,0 liegen. Die Leder müssen eine Zugfestigkeit von mindestens 2000 N/cm² haben. Bei einer Belastung von 100 N/cm² darf die Dehnung nicht über 30 % hinausgehen. Die Anzahl der Knickungen im Flexometer beträgt 100 000. Der Gewichtsverlust beim Abrieb mit einem Schmirgelpapier der Körnung 150 sollte unter 0,4 g bei einer freien Prüffläche von 50cm² liegen.

Die Lebensdauer hängt aber im Gebrauch von einigen Punkten ab, die grundsätzlich berücksichtigt werden sollten, vor allen Dingen dann, wenn die Maschinen ohne eine Ausruhphase ständig benutzt werden:

Das Klima sollte 22 °C und 60 %relative Luftfeuchtigkeit betragen, um Aufladungen der Lederoberfläche zu vermeiden. Die Maulweite muss richtig eingestellt sein, d. h. auf das jeweilige Faserbuschel. Das ist vor allen Dingen eine Frage des zu verspinnenden Materials selbst und bei gleichbleibenden Material auch die der Stärke des eingehenden Vorgarnes und des ausgehenden Garnes. Bei zu enger Maulweiteneinstellung kommt es zu einer zu starken Reibung und damit zu einer vorzeitigen Abnutzung des Leders. Von Bedeutung ist auch, ob die Fasern immer an der gleichen Stelle über das Leder laufen oder aber ständig seitlich hin und her verschoben werden. Das Leder ermüdet sonst im zu stark strapazierten Bereich. Die Einstellung der Zylinderdruckrolle sollte nicht zu hart sein. Der Umlauf des Unterriemchens darf nicht gestört sein.

Wichtig ist auch die Frage der Abgabe von z. B. Fetten oder Avivage-Mitteln auf das Leder aus dem zu verspinnenden Gut, wodurch das Leder in seinen Eigenschaften vor allem im Narbenbereich negativ beeinflusst werden kann.

Bei der Bearbeitung von Streichgarn und in der Baumwollgrobspinnerei werden pflanzliche Leder von weicher Beschaffenheit mit einem glatten und fest aufsitzenden Narben als Florteilerriemchen verwendet. Sie teilen den in voller Krempelbreite gebildeten Faserflor in schmale Streifen, die dann einzeln zwischen den Nitschelwerken gerundet werde



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lederarten/hochverzugsleder_und_laufleder.txt · Zuletzt geändert: 2019/05/02 18:36 von admin