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Brandsohlenleder und Zwischensohlenleder

Brandsohlleder:

Brandsohlleder muss infolge seiner besonderen Aufgabe beim Aufbau des Schuhwerkes eine entsprechende Strukturfestigkeit seines Fasergefüges sowie eine ausreichende Zähigkeit und starke Biegsamkeit aufweisen. Im Gegensatz zum Sohlleder soll es insbesondere bestimmte Mengen von Feuchtigkeit aufnehmen können, gegen Schweiß mit seiner entgerbenden Wirkung stabil sein und keine größeren Mengen an auswaschbaren Stoffen enthalten. Für seine Herstellung arbeitet man Hälften, Seiten und Hälse in lohgarer Gerbung oder Spalte lohgar bzw. in Kombinationsgerbung gegerbt.

Brand- und Zwischensohlenleder:

Die Brandsohle ist für den gesamten Schuh ein wichtiges Bauelement. Bei den hauptsächlichsten Macharten und, heute verstärkt, beim Einsatz sehr dehnfähiger Sohlenmaterialien ist die gute Strukturfestigkeit von großer Bedeutung. An der Brandsohle werden Ober- und Unterbau des Schuhes befestigt. Sie muss es bei der für den Halt des Schuhes wichtigen Formstabilität trotzdem erlauben, dass sich ein Fußbett im Schuh nach kurzer Tragezeit ausbildet. Zu den weiteren bedeutenden Eigenschaften gehört es, dass das Brandsohlleder die Fußfeuchtigkeit aufnimmt, und dass es sie beim Trocknen der getragenen Schuhe rasch wieder abgibt.

Die angegebene Stichausreißfestigkeitsprüfung gibt die Bedeutung der Strukturfestigkeit der Brandsohlleder wieder. Von deren Festigkeit und teilweise auch der der angeschärften oder aufgelippten Randbereiche hängen die Verarbeitbarkeit sowie die spätere Trage- und Strapazierfähigkeit der Schuhe ab.

Eindeutig auf das Trageverhalten sind die Untersuchungen der auswaschbaren Stoffe, des Streifentests und des Wasserverhaltens bezogen. Das Leder muss danach leicht die Fußfeuchtigkeit in flüssiger Form und als Wasserdampf aufnehmen, und es dürfen sich aus dem Leder keine Stoffe herauslösen, die zu einem Brennen der Fuße führen könnten. Auch Anfärbungen von Füßen und Strümpfen müssen vermieden werden. Die Wasseraufnahme erfolgt hier im Vergleich zu anderen Materialien, die im gleichen Bereich eingesetzt werden, schneller, und die Feuchtigkeit wird nicht nur kapillar eingelagert, sondern zu erheblichen Anteilen mizellar gebunden. Dadurch fühlen sich Lederbrandsohlen noch bei einem relativ hohen Feuchtigkeitsgehalt trocken an. Bei der Schuhherstellung muss in Abhängigkeit von dem vorgesehenen Schuhbau bei Einsatz von Wasser- und wasserdampfundurchlässigen Sohlen darauf geachtet werden, dass je nach Geschlossenheit des Schuhoberteiles (Halbschuh bis Stiefel) die Dicke der Brandsohle für die aufzunehmende Fußfeuchtigkeit aus diesem Bereich ausreicht. Zur Herstellung von Brandsohlledern werden Häute, Hälse und Seiten in ihrer ganzen Dicke und Spaltblößen eingesetzt. Auch in den Gerbungsarten sind durch Untersuchungen des Trageverhaltens und durch die Forderung nach flexiblen Schuhen neben der traditionellen Vegetabilgerbung andere Gerbarten zumindest gleichberechtigt aufgetreten.


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lederarten/brandsohlenleder_und_zwischensohlenleder.txt · Zuletzt geändert: 2012/03/04 12:00 (Externe Bearbeitung)