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Grundsätzliches zur Lederpflege und Lederreinigung

Lederpflege und Lederreinigung

Allgemeine Hinweise zur Lederreinigung und Lederpflege (I)

1.) Tägliche Pflege
2.) Wöchentliche oder monatliche Pflege
3.) Reinigung, bzw. Schmutzentfernung bei Bedarf
4.) Rückfettung und Reinigungsrückfettung bei Bedarf
5.) Imprägnierung bei Verlust der Hydrophobierung von nicht zugerichteten Ledern, bzw. bei grob ungenügender Ausrüstung von Leder.

Grundregeln der Anwendung

(Grundsätzlich alle Hilfsmittel vor Anwendung an einer nicht sichtbaren Stelle ausprobieren und mögliche Reaktionen 1 - 2 Tage abwarten)

1.) Tägliche Pflege.

Zur täglichen Pflege reicht ein Abbürsten mit einer weichen Rosshaarbürste (besonders bei Rauleder wie Nubuk und Velours) um Krümel und Staubreste zu entfernen. Ebenso ist ein Abwischen der Leder mit einem feuchten, echten Fensterleder (Sämischleder)oder einem fusselfreien Baumwolllappen völlig ausreichend. Das Fensterleder oder der fusselfreie Baumwolllappen sollte dabei unbedingt mit destillierten Wasser durchfeuchtet und wieder gut ausgewrungen werden. Keine nasses Abwischen, nur feucht.

(Grundsätzlich alle Hilfsmittel vor Anwendung an einer nicht sichtbaren Stelle ausprobieren und mögliche Reaktionen 1 - 2 Tage abwarten)

2.) Wöchentliche oder monatliche Pflege.

Eine wöchentliche oder monatliche Pflege ist abhängig vom Gebrauch der Leder. Grundsätzlich kann man dann nach Bedarf die Pflege als milde Reinigung und Rückfettung gleichzeitig durchführen. Dazu sollte man einen fusselfreien Baumwolllappen mit einer geeigneten Lederseifenlösung / Lederreinungsmittel durchfeuchten und auswringen. Mit dem Baumwolllappen druckfrei die gesamte Lederoberfläche abreiben, bzw. abwischen. Bei stark ausgeprägtem Nubukeffekt, Velourledern oder bei sehr staubempfindlichen, bzw. statisch aufladbaren Ledern sollte anstatt des Baumwolllappens wiederum ein Fensterleder benutzt werden. Dieses kann ebenfalls wie oben beschrieben mit einer einer geeigneten Lederseifenlösung / Lederreinungsmittel durchfeuchtet (das Fensterleder)werden.

3.) Reinigung, bzw. Schmutzentfernung bei Bedarf.

Bei Verkrustungen oder oberflächlich anhaftenden Schmutzpartikeln auf der Lederoberfläche kann, nach der Lederseifenbehandlung, ein Lederradierer verwendet werden. Bei Velours- oder Nubukleder kann zur Trockenreinigung von oberflächlich anhaftenden Schmutzpartikeln Reibkissen verwendet werden. Dies sollten aber vorsichtig und mit viel Gefühl benutzt werden. Flächendeckende Reinigung bei Verschmutzung kann man gut mit Reinigungsschäumen erreichen. Diese Schäume haben oft eine leicht rückfettende, farbvertiefende und imprägnierende Wirkung. Sanftreiniger sollten wirklich nur bei deutlich sichtbaren flächigen Verschmutzungen verwendet werden. Für Fettflecken von Speisen oder von Gebrauchsspuren, besonders im Kopf- und Nackenbereich auf Lederpolster, können besondere Fettlösesprays eingesetzt werden. Für die Entfernung von Kugelschreiberstrichen oder sonstigen farbigen Verschmutzungen müssen spezielle Reiniger verwendet werden.

(Grundsätzlich alle Hilfsmittel vor Anwendung an einer nicht sichtbaren Stelle ausprobieren und mögliche Reaktionen 1 - 2 Tage abwarten)

4.) Rückfettung und Reinigungsrückfettung bei Bedarf.

Wenn wie unter Punkt 1) und 2) vorgegangen wurde, und das Leder keinen besonderen bzw. außergewöhnlichen Bedingungen ausgesetzt wird, ist ein Rückfetten in der Regel nicht notwendig. Wenn doch, weil das Leder bereits hart und spröde erscheint oder deutlich an Weichheit verliert, kann rückgefettet werden. Eine stetige grundlose Rückfettung wird das Leder zerstören, bzw. die vom Leder gewünschten Eigenschaften erheblich verschlechtern. Rückfettungsmittel, bzw. Pflegelotionen und Pflegecremes sind äußerst vorsichtig anzuwenden. Eine Überfettung kann schnell erfolgen und bei unzugerichteten Ledern oder bei Nubuk und Velourledern kann eine ungewollte Verdunkelung und Verspeckung eintreten. Wie immer, bei der Anwendung jeglicher Hilfsmittel, den Hinweis auf eine Probeanwendung an einer nicht sichtbaren Stelle unter Beachtung möglicher Reaktionszeiten von 1 - 2 Tagen nicht vergessen. Die Verwendung von Hausmitteln oder Körperlotionen, bzw. Körpercremes und Lebensmittel sind absolut zu vermeiden. Ranzigkeit, Vergilbung, Abrieb, Verlust der Reißfestigkeit und Atmungsaktivität sind nur einige negative Auswirkungen die möglich sind.

(Grundsätzlich alle Hilfsmittel vor Anwendung an einer nicht sichtbaren Stelle ausprobieren und mögliche Reaktionen 1 - 2 Tage abwarten)

5.) Imprägnierung bei Verlust der Hydrophobierung von nicht zugerichteten Ledern bzw. bei grob ungenügender Ausrüstung von Leder.

Grundsätzlich sollten alle im Handel kommenden Fertigleder und daraus entstehende Produkte für Ihren Einsatzzweck ausreichend ausgerüstet sein. Immer öfter aber wird dem Kunden die Arbeit des Gerbers oder Zurichters aufgebürdet bzw. zugemutet. Unabhängig davon, ob ein Leder gedeckt oder Anilin in den Handel gerät, muss der jeweilige Verwendungszweck des Leders eingestellt sein. Wie z.B. die Wassertropfenechtheit und Wasserabweisung bei Bekleidungsleder oder Farbechtheit bei Möbelleder und Täschnerleder. Wird der Kunde direkt nach dem Kauf eines Artikels auf eine z.B. notwendige Imprägnierung hingewiesen, sollte der „Fachverkäufer“ das passende und vom Hersteller freigegebene Imprägnierungsmittel anbieten oder wenigstens nennen. Die auf Wasserbasis konfektionierten Pumpsprays sind eine echte Alternative aufgrund der lösungsmittelfreien Anwendung, erreichen aber nicht die gleiche Hydro- und Oleophobierwirkung.


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