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lederarten:rindbox

Rindbox

Unter Rindbox, dem wichtigsten Oberleder, versteht man ein vollnarbiges, schwach gefettetes, gefärbtes Rindoberleder, das bei der Herstellung von Straßen- und schwerem Arbeitsschuhwerk Verwendung findet. Zu Rindbox werden im allgemeinen Kuh- und Rindshäute der leichteren Gewichtsklasse verarbeitet, die zur Schonung der Hautsubstanz nach einem kurzen Äscher nicht vollständig entkälkt und leicht gebeizt werden. Die Chromgerbung wird mit 2 - 2,5 % Cr2O3 durchgeführt. Die Lickerfettung soll ein mildgriffiges Leder ergeben mit 2 - 6 % Fettgehalt im Fertigleder. Die Färbung erfolgt entweder im Faß oder als einseitige Bürst- oder Spritzfärbung auf den getrockneten Ledern. Das früher glatte, vollnarbige, gedeckte Rindbox wird heute ergänzt durch Anwendung aller Zurichttechniken zur Verbesserung des Sortiments bei Rohware mit schadhaftem Narben. Polieren und Prägen spielen dabei eine große Rolle. Der Mode folgend wird Oberleder auch weicher gegerbt und stärker gefettet als Softy-Leder und für Bequem- und Sportschuhwerk tuchartig weich als Nappa hergestellt.

Durchfärbung / Einfärbung:

Diese traditionelle Lederart wird nicht durchgefärbt. Die ungefärbte Innenzone wird traditionell als besonderes Qualitätsmerkmal angesehen, da der nicht vollständig durchneutralisierte Lederquerschnitt besondere Narbenfestigkeit und Formstabilität vermittelt. Durchgefärbte Varianten müssen entsprechend bestellt oder in Anforderungen festgelegt werden.

Rindbox

Verwendung:

Schuhoberleder, besondere Täschner bzw. Sattlerware,

Rohware:

Rinder (Rinder = Kühe)

Gerbung:

Chromgerbung

Nachgerbung:

pflanzlich / synthetisch

Aussehen:

glatt, geprägt,

Zurichtung:

Anilin, Kaseinzurichtung, Glanzstoßzurichtung Bügelzurichtung, Nitro, wenig bis starke Deckung

Lederstärken:

1,6 - 2,5 mm

Griff & Stand:

Sprung, voll, fest, fester anliegender Narben

Bemerkungen:

sehr strapazierfähig & formbeständig gebrauchsfestes Schuhwerk, keine Losnarbigkeit


Nach dem Fetten wird das Leder auf der Abwelkpresse abgepresst und maschinell ausgereckt und anschließend bei höheren Temperaturen getrocknet. Anschließend wird das Rindboxleder angefeuchtet, gestollt und gespannt getrocknet oder vakuumiert.


Die Zurichtung erfolgt mit Deckauftrag und leichter Appretur und wird evtl. glanzgestoßen, gekrispelt oder gebügelt oder mit künstlichem Narben versehen.

Gutes Rindboxleder besitzt bei aller Weichheit und Geschmeidigkeit vollen Griff und feste Struktur, einen festsitzenden, nicht brüchigen Narben, dessen natürliches Bild auch bei Deckfarbenzurichtung auf Eiweiß- oder Binderbasis, nicht auf Nitrocellulosebasis verdeckt sein darf.


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Quellenangabe:

lederarten/rindbox.txt · Zuletzt geändert: 2012/03/04 12:00 (Externe Bearbeitung)