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lederarten:reptilleder_fischleder

Reptilleder

Reptilleder

Dazu gehört: Krokodil, Alligator, Gavial, Eidechse, Schlange, Wasserschlange, Schildkröte.

Fische

Leder aus diversen Fischhäuten

Zum Beispiel: Seelachs, Aal, Haifisch, Kabeljau, Forelle und Barsch

Für die Schuhherstellung haben die aus Eidechsen und Schlangen sowie aus den Bauchteilen der Krokodilhaut hergestellten ausgesprochenen Luxusleder eine geringe Bedeutung. Sie erfahren insgesamt eine sorgfältige Behandlung, angefangen in der Wasserwerkstatt, weiter auch in der Gerbung im Hinblick auf den Erhalt ihrer charakteristischen natürlichen Pigmentierung ihrer Narbenoberfläche. (Arteigene Charakteristik durch Hautzeichnungen, Ausbildung der Schuppen und Verhornungen der Kämme und Schwänze).

Verwendung:

Täschner, Feintäschner, Applikationen im Bekleidungslederbereich und Oberlederbereich

Rohware:

Krokodil, Schlange, Eidechse, Seelachs, Aal, Haifisch, Kabeljau, Forelle und Barsch

Gerbung:

Chromgerbung oder pflanzliche Gerbung bzw. wegen natürlicher Pigmentierung Weißgerbung

Nachgerbung:

pflanzlich / synthetisch oder ohne

Aussehen:

natürlich oder gebügelt

Zurichtung:

Anilin, Kaseinzurichtung, Glanzstoßzurichtung, selten Deckfarbenzurichtung oder moderne PU Zurichtung, keine Deckung, wenn pflanzlich gegerbt oder weiß gegerbt naturbelassen.

Lederstärken:

0,3 - 0,9 mm

Griff & Stand:

weich bis fest

Bemerkungen:

bis auf die Echsen oft nicht sehr strapazierfähig


Fischleder

das sich wegen seiner besonderen histologischen Struktur und auch Kleinflächigkeit nur wenig für Oberlederzwecke eignet, wird hauptsächlich als Feinleder verwendet. Fischhäute sind in der Wasserwerkstatt sehr empfindlich und müssen ohne Schwefelnatrium, bzw. mit geringeren Mengen geäschert werden. Die Verwendung von Weißkalk kann zur totalen Auflösung führen. Das Entschuppen erfolgt nach dem Weichen. Die Gerbung wird mit pflanzlichen oder synthetischen Gerbstoffen, auch in Chromgerbung, die Fettung und Zurichtung wie bei Feinleder durchgeführt.


Eidechs- und Reptilienleder

als Feinleder sind unter möglichster Schonung der Narbenstrukturzeichnung meist mit hellfärbenden, lichtbeständigen pflanzlichen oder synthetischen Gerbstoffen gegerbt und mit Eiweiß- oder farblosen Nitrocelluloselacken zugerichtet. Unter den Krokodil- und Alligatorledern weist das aus indischen Häuten hergestellte Leder die gleichmäßigste und einheitlichste Schuppengröße auf. Für helle Farbtöne muss die Krokodilhaut nach intensiver Weiche und Beize mit Wasserstoffsuperoxyd gebleicht werden. Die Gerbung kann in pflanzlich-synthetischer Gerbung, Chromgerbung oder auch kombinierter Gerbung durchgeführt werden. Schlangenleder stammen aus den Häuten der verschiedenen Pythonarten, Tigerschlangen, Gitterschlangen, Boa und Anakonda und liefern ein zähes, haltbares Leder. Voraussetzung für gutes Hervortreten der Narbenpigmentierung ist sorgfältiges Ablösen der Epidermis in mehrtägigem Weißkalkäscher. Schlangenleder werden verschiedentlich auch in Alaungerbung zugerichtet. Eidechsenleder von ebenfalls zäher Struktur wird als Täschner- und Galanterieleder verarbeitet. Java-Eidechsen, indische, südamerikanische und afrikanische Eidechsen liefern eine Vielzahl der verschiedensten Narbenzeichnungen, auf deren Erhaltung besonders bei den Arbeiten der Wasserwerkstatt, aber auch bei der Auswahl der Gerbstoffe, geachtet werden muss.


Eidechs- und Schlangenleder

und die weniger verhornten, glatten Bauchteile der Krokodilhaut haben als Luxusleder eine gewisse Bedeutung. Sie erfordern eine besonders sorgfältige Behandlung in der Wasserwerkstatt, um eine vollständige Entfernung der Epidermis zu erreichen, ohne die charakteristische Pigmentierung der Narbenoberfläche zu zerstören. Die Gerbung erfolgt zum Erhalt der Pigmentzeichnung mit lichtbeständigen pflanzlichen oder synthetischen Gerbstoffen, die Zurichtung mit nichtgilbenden Nitrocelluloselacken


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Quellenangabe:

lederarten/reptilleder_fischleder.txt · Zuletzt geändert: 2012/08/01 09:30 von Stefan