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Darmleder

Darmleder

sollte eigentlich nicht als Leder bezeichnet werden obwohl nach Fertigstellung doch extreme Lederähnlichkeit besteht. Verschiedene Därme des Rindes, besonders der sogenannte Blinddarm, außerdem auch der Magen, sind aus einer Reihe übereinanderliegender Schichten bestehend, die sich voneinander trennen lassen und die, trotzdem sie sehr dünn sind, verhältnismäßig zäh sind und für manche Zwecke Verwendung finden.

Sie sind ungefähr 75 cm lang und 25 cm breit und dienen sowohl bei der Herstellung von Blattgold als sogenannte Goldschlägerhäutchen, als Verbindeleder beim Verpacken von Parfüm- u. dgl. Flaschen, zum Innenbezug von Behältern für chirurgische Instrumente und zur Herstellung der Ballonette bei Luftschiffen. Außerdem findet es zu Bekleidungszwecken, als sogenanntes pneumatisches Zephirleder bei Orgeln und Orchestrions, bei Gasmessern und anderen technischen Artikeln gute Verwendung.

Eine allgemein bekannte Bearbeitung besteht darin, dass man die in üblicher Weise rein gemachten Häutchen durch Kneten mit Eigelb behandelt und während des folgenden Trocknens wiederholt stollt. Vielfach ist der Eigelbgare eine gewisse Salzstabilisierung vorausgegangen, indem die Därme in Salzlake eingepökelt waren. Am besten lassen sich aber die frischen Därme verarbeiten und voneinander trennen.

Eine Reihe von Bearbeitungsverfahren ist, wie auch aus dem Abschnitt der Patentschriften ersichtlich, gesetzlich geschützt worden.

Das Färben der Leder - soweit dies erforderlich ist - richtet sich bei der Auswahl der Farbstoffe nach der Gerbung. Im allgemeinen werden schöne lebhafte Farbentöne verlangt, an die keine besonderen Echtheitsansprüche gestellt werden und die am einfachsten durch Säurefarbstoffe erreicht werden. Die Farbstofflösung wird kochend bereitet und auf zirka 40 °C abgekühlt angewendet. Man färbt zunächst ohne Säurezusatz und läßt diesen erst folgen, wenn bereits eine gewisse Gleichmäßigkeit der Färbung erreicht ist. Die verwendbaren Farbstoffe sind dieselben, wie sie bei glacégaren Ledern Verwendung finden.

Werden höhere Ansprüche hinsichtlich Wasser- und Waschechtheit gestellt, so muss die vorangegangene Gerbung dementsprechend gewählt werden, also Formaldehyd- oder echte Sämischgerbung. Anschließend können dann die für diese Leder in Betracht kommenden Schwefelfarbstoffe Verwendung finden. Diese kommen aber nicht in Betracht, wenn das Leder später mit Metallen zusammenkommen soll, z. B. in Behältern für chirurgische Instrumente, da dieselben durch die Einwirkung der Schwefelfarbstoffe anlaufen und unansehnlich werden können, wenn die Leder nach dem Färben nicht ausreichend gespült und von Schwefelnatrium befreit werden.


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